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Alkohol und Aggression

Zwei Männer schlagen sich.

„Am letzten Wochenende wäre ich beinahe in eine Schlägerei geraten. Ich war mit ein paar Freunden bei einem Festival. Die meisten Leute da waren gut drauf – bis auf ein paar besoffene Typen, die irgendwann richtig aggressiv wurden. Uns wollten sie auch provozieren, aber wir sind nicht drauf eingestiegen und haben uns den Spaß nicht verderben lassen.“ (Thorben, 20 Jahre alt)

 

Alkohol ist in vielen Fällen die Ursache für Aggression und Gewaltvorfälle in der Öffentlichkeit. Ein Blick in die Kriminalstatistik zeigt, dass es auch einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Alkohol und Straftaten gibt: 13 % aller Tatverdächtigen standen demnach unter Alkoholeinfluss. Bei einigen Delikten wie etwa Sachbeschädigung (27 %) oder gefährliche und schwere Körperverletzung (34 %) spielt Alkohol sogar eine noch größere Rolle.

Alkohol erhöht das Risiko, selbst Gewalt auszuüben, und auch die Gefahr, ein Opfer von Gewalt zu werden.

Durch Alkoholkonsum beeinflusste Gewalt findet nicht nur in der Öffentlichkeit statt, sondern auch in Familien und Partnerschaften. Neben körperlicher Gewalt gehören auch Ausgrenzungen und Beleidigungen anderer Menschen und sexuelle Übergriffe zu den aggressiven Verhaltensweisen, die durch Alkohol ausgelöst und verstärkt werden können.

Alkohol ist nie die einzige Ursache für Aggressionen. Doch Alkohol wirkt auf die menschliche Psyche ein und kann bei einigen die Bereitschaft für aggressives Verhalten erhöhen:

  • Durch den Konsum von Alkohol, vor allem in größeren Mengen, steigt die Risikobereitschaft. Emotionen, die dafür sorgen, dass man sich nicht gefährlichen Situationen aussetzt, werden unterdrückt. Bei Personen, die eine Aggressionsbereitschaft mitbringen, sinkt dadurch die Schwelle für gewalttätiges Handeln.
  • Alkohol führt oft zu Selbstüberschätzung. Man traut sich mehr zu – oft auch zu viel.
  • Alkohol verändert die Informationsverarbeitung im Gehirn: Wahrnehmungsfähigkeiten werden deutlich gehemmt. Experten sprechen vom sogenannten „Tunnelblick“, bei dem der Ausschnitt, den man aufnimmt, unter Alkoholeinfluss immer kleiner wird. Auch die Konzentrationsfähigkeit wird schlechter, der Fokus der Aufmerksamkeit wandert hin und her. Wer sich zum Beispiel provoziert fühlt, bekommt schlechter mit, wie Freunde den Streit schlichten wollen oder der andere sich entschuldigt. Auch die innere Stimme, die vor den Folgen eines gewalttätigen Streites warnt, wird dann oft überhört. Der Frustrationspegel kann ungebremst steigen.
  • Das Urteilsvermögen wird schlechter. So ist zu erklären, dass ein Blick oder ein nicht ernst gemeinter Spruch als „Angriff“ fehlinterpretiert werden.
  • Viele Menschen, dichtes Gedränge und laute Musik – gerade in alkoholisiertem Zustand können solche Umgebungsbedingungen Stress auslösen und aggressive Impulse verstärken.

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