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Anderen helfen

Wenn es um Alkohol geht, gehört es unter Freunden ganz selbstverständlich dazu, aufeinander aufzupassen. Meist kennt man nicht nur das eigene Limit, sondern auch das der anderen und schaut etwas genauer hin, wenn mehr oder anders getrunken wird als sonst. Doch was tun, wenn ein Freund oder eine Freundin so viel getrunken hat, dass es gefährlich wird? Und wie können wir helfen, wenn wir über längere Zeit einen riskanten Umgang mit Alkohol beobachten?

Richtig reagieren im Notfall

Im Notfall ist so schnell wie möglich ärztliche Hilfe gefragt. Häufiges Erbrechen ist ein deutliches Warnsignal, auch weil die Betroffenen am Erbrochenen ersticken können. Doch nicht immer kündigt sich eine Alkoholvergiftung durch Übelkeit und Erbrechen an.

Wenn der oder die Betrunkene nicht mehr ansprechbar oder sogar bewusstlos ist, muss sofort ein Krankenwagen gerufen werden. Dann könnten schon Funktionen des sogenannten „Stammhirns“ beeinträchtigt sein, das Atmung und Herzschlag regelt. Wird in so einer Situation zu lange gewartet, droht Atemstillstand.

Drei Notfall-Regeln:

  • Bringt die Person in die stabile Seitenlage. Wegen der Erstickungsgefahr durch eine erschlaffte Zunge oder Erbrochenes solltet ihr daran denken, die Atemwege frei zu machen. Dazu beugt ihr den Kopf in der Seitenlage ganz sanft nach hinten und öffnet den Mund.
  • Notarzt rufen: Erklärt, wo ihr seid und was passiert ist. Danach nicht auflegen, sondern auf Rückfragen warten.
  • Bis das Rettungsteam da ist, bleibt bei dem oder der Betrunkenen. Wenn es kühl ist, solltet ihr die Person warm halten.

 

Ihr wollt es ausführlicher? Antworten auf häufige Fragen rund um Alkohol-Notfälle und was zu tun ist, findet ihr hier

So funktioniert die stabile Seitenlage:

© Thomas Zagler / Fotolia

Nicht schweigen, wenn ihr euch Sorgen macht

Wenn ihr über längere Zeit beobachtet, dass ein Freund oder eine Freundin viel trinkt, Alkohol als Problemlöser einsetzt oder sich unter Alkoholeinfluss in riskante Situationen begibt, ist Fingerspitzengefühl gefragt. Doch auch, wenn es keine leichte Aufgabe ist, jemanden auf riskanten Alkoholkonsum anzusprechen, ist es unter Freunden fast eine Pflicht. Für andere da sein kann auch mal bedeuten, dass man sagt und zeigt, dass man sich Sorgen macht.

Im direkten Gespräch sind  sogenannte Ich-Botschaften hilfreich. Mit Formulierungen wie „Ich habe den Eindruck, dass ...“ oder „Mir ist aufgefallen ...“ statt „Du trinkst zu viel ...“, vermeidet ihr, dass die oder der andere sich angegriffen fühlt. Trotzdem kann es vorkommen, dass die angesprochene Person zunächst überrascht ist und nicht sofort über das Thema reden möchte. Macht deutlich, dass er oder sie sich später melden kann und wenn das erste Gespräch nichts gebracht hat, startet einen zweiten Versuch. 

Wenn ihr Rat braucht:

BZgA-Infotelefon: Hier könnt ihr eure Fragen loswerden und euch beraten lassen.

Beratungsstellenfinder: Hier findet ihr Kontakte zu Expertinnen und Experten in eurer Nähe.  

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