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FAQ: Alkohol und Notfälle

Wann ist es ein Notfall?

Die Übergange  zwischen angeheitert, heillos betrunken und Lebensbedrohung sind manchmal nicht leicht zu erkennen. Grundsätzlich solltet ihr die Gefahr aber nie unterschätzen: Eine schwere Alkoholvergiftung kann zum Tod durch Atemstillstand oder Kreislaufversagen führen. Im Zweifel heißt es deshalb lieber einmal zu häufig den Krankenwagen rufen als einmal zu selten.

Vier Stadien der Alkoholvergiftung werden allgemein unterschieden. Sie machen sich durch verschiedene Verhaltens- und Wahrnehmungsänderungen bemerkbar. Bereits im zweiten Stadium kann medizinische Hilfe nötig werden. Im dritten Stadium, also wenn Bewusstlosigkeit eintritt, solltet ihr in jedem Fall einen Notarzt rufen.

 

So können  sich die Stadien einer Alkoholvergiftung äußern:

Stadium 1: Enthemmung, Redseligkeit, verlängerte Reaktionszeit, verminderte Schmerzwahrnehmung, gestörtes Gleichgewicht, gerötete Augen, leicht undeutliche Sprache.

Stadium 2: Sprach-, Koordinations- und Sehstörungen, verengte Pupillen, Schlaffheit von Muskeln, Gedächtnislücken, Erbrechen.

Stadium 3: Bewusstlosigkeit, Schockzustand, erweiterte Pupillen

Stadium 4: Koma, reaktionslose Pupillen, Lebensbedrohung durch Kreislaufversagen, Atemstillstand und Unterkühlung

Wie ruft man einen Krankenwagen?

In Deutschland und ganz Europa gilt die Notrufnummer 112. Ein Anruf ist von jedem Telefon aus kostenlos und funktioniert sogar, wenn du gerade keinen Handyempfang hast. Für jeden Notruf gibt es einen festen Ablauf, die sogenannten fünf W-Fragen

Dir werden folgende Fragen gestellt:

·         Wo ist es geschehen?

·         Was ist geschehen?

·         Wie viele Personen sind betroffen?

·         Welche Art von Erkrankung/Verletzung/Schaden liegt vor?

·         Warten auf Rückfragen

·         Eventuell wird gefragt: Wer meldet den Notruf?

Es ist sehr wichtig, dass du in der Leitung bleibst, bis der Mitarbeiter aus der Notrufzentrale das Gespräch beendet, damit keine Fragen offen bleiben. Gib am besten auch deine Rückrufnummer an, falls der Krankenwagen euch nicht findet. Du musst Dir übrigens keine Sorgen machen, dass Kosten auf Dich zukommen, wenn Du einen Notfall meldest. Einzige Ausnahme wäre ein absichtlicher Missbrauch des Notrufs.  

Wer zahlt den Noteinsatz?

Wenn ein Krankenwagen gerufen und medizinische Hilfe geleistet wird, übernimmt das in den allermeisten Fällen die Krankenkasse. Ausnahmen haben meist damit zu tun, dass die Patienten keine Versicherungskarte bei sich haben. Wenn die Krankenkasse nämlich nicht bekannt ist, stellt das Krankenhaus die Rechnung erst mal an euch oder eure Eltern. Dann muss die Kostenübernahme mit eurer Krankenkasse organisiert werden.

Bei gesetzlich Versicherten gibt es übrigens eine Zuzahlungspflicht für Fahrtkosten, wozu auch die Fahrt mit einem Rettungs- oder Krankenwagen gehört. Sie beträgt in der Regel maximal 10,- Euro. 

Was passiert im Krankenhaus?

Die Behandlung im Krankenhaus orientiert sich an der Schwere der Symptome. Kreislauf, Atmung und Herzschlag werden überwacht, wenn nötig auf der Intensivstation. In den meisten Fällen wird eine Infusion gelegt und so Flüssigkeit zugeführt. Eine Magenspülung, also das sogenannte Magen auspumpen, wird nur noch selten durchgeführt. Der stationäre Krankenhausaufenthalt dauert etwa 12 bis 24 Stunden.

Werden die Eltern informiert?

Werden minderjährige Patienten ins Krankenhaus eingeliefert, werden die Eltern grundsätzlich kontaktiert. Und auch bei volljährigen Patienten kann es passieren, dass Eltern zumindest im Nachhinein vom Noteinsatz oder Krankenhausaufenthalt erfahren – wenn ihr bei ihnen mitversichert seid. Zahlungsaufforderungen und offene Fragen werden nämlich meistens an den Hauptversicherten oder die Hauptversicherte gerichtet. So kann es passieren, dass Wochen oder Monate nach dem Notfall eine 10-Euro-Rechnung über die Zuzahlung zum Krankenwageneinsatz das Thema auf den Tisch bringt. 

Wird die Information über den Krankenhausaufenthalt weitergegeben oder gespeichert?

Alle Informationen, die zur Abrechnung des Noteinsatzes und Krankenhausaufenthalts notwendig sind, werden an eure Krankenkasse weitergegeben. Darüber hinaus sind Patientendaten geschützt.

Alle Ärzte sind an die sogenannte ärztliche Schweigepflicht gebunden. Das heißt, dass sie Patienten-Informationen nicht weitergeben dürfen.  Damit ist ausgeschlossen, dass Schule oder Arbeitgeber vom Krankenhaus über euren Zustand informiert werden. Auch wenn ihr für ein paar Tage krankgeschrieben werdet, ist auf dem Teil der Krankschreibung, der für euren Arbeitgeber bestimmt ist, kein Grund angegeben.

Weitere Infos in unserem Factsheet Alkoholnotfälle (Download PDF).

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