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Gesetzliche Regelungen

Abgabe von Alkohol und Konsum in der Öffentlichkeit

In Deutschland regelt das Jugendschutzgesetz (JuSchG) ab welchem Alter bestimmte alkoholische Getränke an Jugendliche abgegeben werden dürfen bzw. der Verzehr  in der Öffentlichkeit gestattet werden darf. Unter 14 Jahren ist Alkohol grundsätzlich tabu, ab 18 Jahren sind alle alkoholischen Getränke erlaubt. Für die Altersstufen dazwischen gibt es verschiedene Regelungen.

© aigarsr / Fotolia

Bei Alkohol der durch Gärung entsteht, wie Bier, Wein oder Sekt, ist die Abgabe an Personen ab 16 Jahren erlaubt. An der Supermarktkasse gilt damit „kein Alkohol unter 16“. In Gaststätten gilt diese Regelung auch, kann aber aufgehoben werden, wenn Eltern bzw. personensorgeberechtigte Personen dabei sind und das ausdrücklich erlauben.

Die Abgabe von Branntweinen und branntweinhaltigen Getränken bzw. der Verzehr in Gaststätten, Verkaufsstellen oder sonst in der Öffentlichkeit  sind dagegen erst ab 18 Jahren erlaubt.   

Was versteht man unter Branntwein?

Den meisten ist sicherlich das Wort Spirituose bekannter als die im Jugendschutzgesetz verwendete Bezeichnung „Branntwein“. Gemeint ist in beiden Fällen ein durch Destillation gewonnenes, hochprozentiges alkoholisches Getränk. Der Mindestalkoholgehalt dieser Getränke liegt bei 15 Vol.-% (Volumenprozent).

„Branntweinhaltige Getränke“ sind wiederum alle Mischgetränke, die Spirituosen enthalten – und zwar unabhängig vom Alkoholgehalt des gemischten Getränks. Sobald eine Spirituose (bzw. Branntwein) im Getränk enthalten ist, gilt: Die Abgabe sowie der Konsum dieser Getränke in der Öffentlichkeit sind für unter 18-Jährige verboten. Diese gesetzliche Regelung greift auch dann, wenn Minderjährige von den Eltern oder einer personensorgeberechtigten Person begleitet werden. 

Was steht noch im Jugendschutzgesetz?

Mit dem JuSchG setzt der Staat Vorschriften für Gaststättenbetreiber, Verkäuferinnen und Verkäufer, um Kinder und Jugendliche vor Gefährdungen in der Öffentlichkeit zu schützen. Er regelt die Abgabe von Alkohol, Tabak, Filmen sowie Computerspielen und legt fest, wann und unter welchen Bedingungen sich Jugendliche in Gaststätten und Diskotheken aufhalten dürfen. 

Eine Übersicht zu den Vorschriften und in welchem Alter sie gelten, könnt ihr hier herunterladen:

Jugendschutzgesetz-Tabelle

 

 

Alkohol im Straßenverkehr

Auch für den Umgang mit Alkohol in bestimmten Situationen gibt es Vorschriften. Das Thema „Alkohol im Straßenverkehr“ ist da besonders wichtig, weil das Unfallrisiko schon bei geringen Alkoholmengen steigt.

© Christian Müller / Fotolia

Null Promille für Fahranfänger

Während der zweijährigen Probezeit nach bestandener Fahrprüfung und für alle bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres gilt absolutes Alkoholverbot am Steuer. Auch Verstöße unter 0,5 Promille werden mit mindestens 250 Euro und einem Punkt in Flensburg bestraft. Außerdem wird die Probezeit verlängert und es gibt eine Nachschulung.

Allgemeine Promillegrenzen in Deutschland

Ab 0,5 Promille ist das Führen eines Kraftfahrzeugs (z.B. Auto, Motorrad und Roller) eine Ordnungswidrigkeit. Wer erwischt wird, muss mit einem Fahrverbot und einem Bußgeld von bis zu 1.500 Euro rechnen.

Wer einen Unfall verursacht, dem drohen schon ab 0,3 Promille drei Punkte in Flensburg, Führerscheinverlust, Bußgelder und sogar eine Freiheitsstrafe. Dann kann das Fahren unter Alkoholeinfluss nämlich als Straftat ausgelegt werden. Die liegt ab 1,1 Promille auch ohne Verwicklung in einen Unfall oder sonstige Anzeichen von Fahruntauglichkeit vor.

Ab 1,1 Promille kann außerdem eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) angeordnet werden. Da muss man u.a. einen medizinischen Check über sich ergehen lassen und glaubwürdig nachweisen, dass man das eigene Trinkverhalten seit dem Verstoß erfolgreich geändert hat.

Radfahrer besonders gefährdet

Solange Radfahrer nicht fahruntauglich sind oder einen Unfall verschulden, ist bei ihnen bisher ein Promillewert von 1,6 erlaubt. Die Angleichung auf 1,1 Promille wird aber diskutiert, weil man auf dem Fahrrad besonders gefährdet ist. Alkoholbedingte Unfälle sind nämlich noch häufiger als bei Autofahrern.

Bei Anzeichen von Fahruntauglichkeit und wenn ein Unfall verursacht wird, kann auch auf dem Fahrrad ab 0,3 Promille eine Straftat vorliegen. Das hat auch Konsequenzen für den Führerschein.