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Energy Drinks und Alkohol – eine gefährliche Mischung!


Alkohol und Energy Drinks zu mixen, ist nach wie vor weit verbreitet. Gerade Wodka, aber auch andere hochprozentige Getränke sind für eine Mischung mit Energy Drinks beliebt.
Befragungen in Italien und den USA ergaben, dass fast 50 Prozent derjenigen, die gerne Energy Drinks trinken, diese auch gerne mal mit Alkohol mischen oder fertig gemixte alkoholische Energy Drinks wählen. Dass diese Mischung nicht ganz ungefährlich ist, wird klar, wenn man sich näher mit den Inhaltsstoffen von Energy Drinks beschäftigt.

Was ist in den „Muntermachern“ drin?

Die Hersteller von Energy Drinks versprechen Leistungssteigerung und eine verbesserte Konzentration. Hinter den coolen Produktnamen verbirgt sich aber im Grunde ein Getränk mit einfachen Zutaten wie Wasser, Zucker oder Süßstoff, Koffein, Taurin, Aromen und Farbstoffen.
Gerade Taurin wird dabei häufig als leistungsfördernd angepriesen, dabei ist bisher nicht ausreichend erforscht, wie größere Mengen Taurin im Körper tatsächlich wirken. Sicher ist, dass etwa 50 bis 125 mg Taurin täglich vom Körper selbst produziert werden und dass es zum Beispiel auch an der Fettverdauung im Körper beteiligt ist.

Wirklich leistungssteigernd wirkt dagegen insbesondere das Koffein in den Energy Drinks. Die Dosierung ist tatsächlich recht hoch: in einer Standarddose (250 ml) Energy Drink stecken 80 mg Koffein. Das entspricht ungefähr zwei Tassen Kaffee. Im Vergleich dazu enthält eine Dose Cola (330 ml) nur knapp 50 Milligramm Koffein.

Seit kurzem gibt es unter dem Namen Energy Shots noch höher dosierte Energy Drinks. Vor diesen warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ausdrücklich, denn sie enthalten in kleinen Trinkmengen (25 ml bis 75 ml) eine noch höhere Koffein- (50 bis 200 mg) oder Taurindosis (200–1000 mg).

Energy Drinks sind meist sehr süß und mit durchschnittlich 106 Gramm Zucker pro Liter auch sehr kalorienreich. Umgerechnet nimmt man mit einer 250-ml-Dose Energy Drink etwa 90 bis 120 Kalorien zu sich.

Die mit Süßstoffen angereicherten Energy Drinks sind zwar fast kalorienfrei, helfen aber beim Abnehmen nicht richtig. Untersuchungen zeigen, dass durch die Aufnahme von Süßstoffen der Körper noch mehr Süßes verlangt und in der Bauchhöhle verstärkt Fett einlagert wird.                 

Welche Gefahren sind mit Energy Drinks verbunden?

Forscher gehen davon aus, dass sich Koffein, Taurin und andere Inhaltsstoffe gegenseitig verstärken und so schädlichen Einfluss auf den Körper nehmen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat aktuelle Untersuchungen zu den  Gefahren beim Konsum von Energy Drinks gesammelt und kommt zu dem Ergebnis, dass Energy Drinks zum Beispiel Herz-Kreislaufprobleme, Krampfanfälle und Nierenversagen hervorrufen können. Menschen, die bereits Herz-Kreislaufprobleme, Migräne oder Nierenschäden haben, sollten die „Muntermacher“ deshalb möglichst grundsätzlich meiden.

Alkohol und Energy Drinks – wieso ist das besonders gefährlich?

Die Mischung aus Alkohol und Energy Drinks ist in doppelter Hinsicht für den Körper gefährlich: Zum einen drohen gesundheitliche Gefahren, wie zum Beispiel Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck und Austrocknung des Körpers (zu einer solchen Dehydration kann es kommen, wenn man sich viel bewegt - wie etwa beim Tanzen - und dazu alkoholische Energy Drinks trinkt).

Zum anderen überdecken die Alkohol-Energy Drinks die Wirkung des Alkohols und geben einem das Gefühl, fit und nüchtern zu sein, auch wenn man schon deutlich unter Alkoholeinfluss steht.

Viele glauben, dass sich mit einem Mix aus Alkohol und Energy Drink die Partynacht verlängern lässt. Tatsächlich unterdrückt die gefährliche Mischung aus Alkohol, Zucker und Koffein das Müdigkeitsgefühl und lässt die Wirkung des Alkohols kleiner scheinen als sie tatsächlich bereits ist.
Die Folgen können schwerwiegend sein, wie eine amerikanische Studie zeigt: Wissenschaftler befragten hierfür 800 Studentinnen und Studenten nachts in einem Kneipenviertel nach ihrem Alkoholkonsum und nach ihrer Absicht, noch Auto zu fahren. Zusätzlich wurde der Atemalkoholgehalt gemessen.
Es stellte sich heraus, dass diejenigen, die Alkohol-Energy Drinks getrunken hatten, länger und mehr Alkohol tranken, als diejenigen, die alkoholische Getränke ohne Energy Drinks getrunken hatten. Vier Mal so häufig wollten sie auch noch mit dem Auto fahren, obwohl sie hierfür eindeutig zu viel Alkohol getrunken hatten.

Bereits in einer früheren Studie war festgestellt worden, dass diejenigen, die Alkohol-Energy Drinks getrunken hatten, sich zwar fitter und wacher fühlten, aber dennoch keine besseren Ergebnisse bei motorischen Tests und Sehtests erzielten. Kurz: ihre Reaktions- und Wahrnehmungsfähigkeit war durch den Alkohol genauso eingeschränkt wie bei denjenigen, die alkoholische Getränke ohne Energy-Mischung getrunken hatten.

Auf die trügerische Wirkung von Energy Drinks mit Alkohol sollte man also am besten grundsätzlich verzichten – und vielleicht mal die alkoholfreien Cocktails von „Alkohol? Kenn dein Limit.“ ausprobieren!

Quellen:

Ökotest: Energy-Drinks
http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=64990;bernr=04;seite=00;co=

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Neue Human Daten zur Bewertung von Energy Drinks
http://www.bfr.bund.de/cm/208/neue_humandaten_zur_bewertung_von_energydrinks.pdf

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Gesundheitliche Risiken durch den übermäßigen Verzehr von Energy Shots                 
http://www.bfr.bund.de/cm/208/gesundheitliche_risiken_durch_den_uebermaessigen_verzehr_von_energy_shots.pdf

UF researchers: Alcohol, energy drinks add up to higher intoxication levels, increased driving risk
http://news.health.ufl.edu/2010/9466/colleges/college-of-public-health-and-health-professions/uf-researchers-alcohol-energy-drinks-add-up-to-higher-intoxication-levels-increased-driving-risk/