Zum Hauptinhalt springen
kenn-dein-limit.info

Probleme mit Alkohol

Sarah hat seit Kurzem den Führerschein. Bei Maries 18. Geburtstag hat sie drei Gläser Sekt getrunken. „Was soll‘s“, denkt sie sich. Obwohl Felix dagegen ist, steigt sie ins Auto. Und kommt bis zur nächsten Verkehrskontrolle. „0,4 Promille. Kosten richtig Kohle und meine Probezeit wurde verlängert“, ärgert sie sich. Sarah weiß, dass es nicht nur darum geht. Denn wer angetrunken Auto fährt, gefährdet auch alle anderen. Das hat sie an dem Abend aber einfach ausgeblendet. 

© abr68 / Fotolia

Alkohol kann dann zum Problem werden, wenn er uns Probleme macht. Wenn wir wie Sarah alkoholisiert in eine Verkehrskontrolle geraten. Oder wenn wir Ärger riskieren, weil wir nach einer durchzechten Nacht zu spät in der Schule, Uni oder bei der Arbeit erscheinen. Wenn wir unter Alkoholeinfluss aggressiv werden, Prügeleien anzetteln oder dabei mitmachen. Bis es so weit kommt, gibt es eine Reihe an Frühwarnzeichen. Wichtig ist, auf die zu achten und sie nicht zu verharmlosen oder sich von anderen einreden zu lassen, das sei doch alles ganz normal. Wer diese Zeichen ernst nimmt, gerät erst gar nicht in einen Teufelskreis – oder schafft es meist rechtzeitig aus ihm heraus. 

Gedanken solltest du dir machen, wenn du merkst, dass du:

  • Immer öfter trinkst
  • Immer mehr trinkst
  • Gerne alleine trinkst
  • Die Kontrolle verlierst
  • Dich nicht mehr an den Abend erinnern kannst
  • Trotz negativer Folgen weiter trinkst

Alkohol bei Problemen und Probleme mit Alkohol

Wir trinken Alkohol aus verschiedenen Gründen: Weil es in unserer Gesellschaft gängig ist und scheinbar dazu gehört. Weil im Freundeskreis alle trinken und wir nicht ins Abseits geraten möchten. Sarah wollte bei Maries Geburtstag nicht zurückstecken, weil sie noch fahren musste. Manche trinken aber auch, wenn sie Probleme haben: Wenn eine Beziehung kaputtgeht, wenn wir Ärger bei der Arbeit, in der Schule oder an der Uni haben. Obwohl Alkohol kurzfristig entspannen mag, funktioniert Alkohol aber nicht als Problemlöser, im Gegenteil: Er kann nur immer noch mehr Ärger verursachen.

© ChiccoDodiFC / Fotolia

Probleme mit Alkohol entstehen aus der Situation heraus. Das heißt: Es ist nicht das Alkoholangebot an sich, sondern in welcher Situation wir uns befinden und ob wir uns entscheiden, im Limit zu bleiben oder nicht. Kritisch wird es, wenn wir die Kontrolle über diese Entscheidungsfähigkeit verlieren – wenn wir also merken, dass wir nicht mehr richtig steuern können, wann wir besser aufhören oder gar nichts trinken sollten.

Wann wird‘s problematisch?

So viel getrunken, dass sie einen Alkoholrausch hatte? Ist bei Sarah schon vorgekommen. Einen Filmriss hatte sie auch schon. Das war echt unangenehm und ist darüber hinaus auch richtig gefährlich. Sie überlegt, ob sie sich dann doch ernsthaft Sorgen machen sollte. Ab wann Alkohol für jemanden zum Problem wird, lässt sich schwer sagen. Nicht jeder Mensch, der regelmäßig zu viel trinkt, wird am Ende krank oder abhängig. Zwischen gar keinen Alkohol trinken und von Alkohol abhängig werden gibt es viele Stufen.

Was heißt Alkoholmissbrauch?

Als „Alkoholmissbrauch“ wird jeder Alkoholkonsum bezeichnet, der – unabhängig von der getrunkenen Menge – zu Schäden führt. Das können soziale, psychische und gesundheitliche Folgen sein, aber auch Unfälle, die jemand verursacht, weil er oder sie alkoholisiert war. 

© hikrcn / Fotolia

Indem Sarah nur noch nüchtern Auto fährt, wie es in der Probezeit gesetzlich vorgeschrieben ist, übernimmt sie zum Beispiel Verantwortung für sich und für andere. Die Übergänge von riskanten Alkoholmengen über den Missbrauch bis zur Abhängigkeit sind fließend. Menschen gelten als abhängig, wenn sie nicht mehr in der Lage sind, selbst zu steuern und zu kontrollieren wie viel Alkohol sie trinken.

Wann droht eine Abhängigkeit?

Abhängigkeit entsteht schleichend. Die Betroffenen streiten ihr Problem meist ab. Ihr Leben dreht sich mehr und mehr um Alkohol. Dafür gibt es viele Anzeichen, etwa wenn jemand: 

  • Betrunken am Straßenverkehr teilnimmt
  • Schnell aggressiv reagiert
  • Heimlich Alkohol trinkt
  • Sich in der Schule oder im Job nicht mehr konzentrieren kann
  • Seine Freunde und Hobbys vernachlässigt
  • Unruhig wird, wenn er oder sie nichts getrunken hat
  • Es nicht schafft, weniger oder gar nichts zu trinken

Freunde, Verwandte oder Kollegen sprechen dich darauf an, dass du zu viel trinkst? Ein Alarmsignal, das du unbedingt ernst nehmen solltest.

© kaalimies / Fotolia

Was tun, wenn jemand zu viel trinkt?

Sprich das Problem an und sag, dass du dir Sorgen machst. Vermeide Vorwürfe, damit dein Gegenüber nicht abblockt. Wichtig zu wissen: Abhängige können vom Alkohol nur loskommen, wenn sie es selbst wollen. Aber du kannst da sein und der Person klarmachen, dass sie etwas ändern kann und muss.

Wenn du Unterstützung brauchst, weil du selbst ein Problem hast oder dich um andere sorgst, berät dich das BZgA-Infotelefon – auch anonym:

Telefon: 0221 892031
(Preis entsprechend der Preisliste ihres Telefonanbieters für Gespräche in das Kölner Ortsnetz)

Mo.–Do. 10.00 bis 22.00 Uhr
Fr.–So. 10.00 bis 18.00 Uhr

Das könnte dich auch interessieren: