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Alkohol in der Gesellschaft – bei Frauen

Weil ich ein Mädchen bin?

Frauen trinken anders als Männer, auch wenn sich Männer und Frauen in vielen gesellschaftlichen Bereichen einander angenähert haben. Statistiken zeigen, dass Mädchen und Frauen seltener zu alkoholischen Getränken greifen und geringere Mengen konsumieren. Im Vergleich zu Männern verhalten sich Frauen zum Beispiel im Straßenverkehr weniger riskant. So sind sie deutlich seltener unter Alkoholeinfluss an einem Unfall beteiligt.

Dass Frauen beim Thema Alkohol zurückhaltender sind als Männer, hat auch etwas mit gesellschaftlichen Rollenbildern zu tun. Lange war es vor allem in der Öffentlichkeit verpönt, als Frau  Alkohol zu trinken. Auch Spirituosen tranken früher fast ausschließlich Männer. Frauen konsumierten hochprozentigen Alkohol vor allem in Form von „Hausmitteln“ („Kräuterschnaps“), denen eine medizinische Wirkung zugeschrieben wurde.

Männer trinken anders, Frauen auch

Während hohe Trinkmengen bei Männern oft positiv (männlich) bewertet werden oder weniger auffallen, gelten viel trinkende Frauen schnell als „unweiblich“ oder „billig“. Daher ist es verständlich, dass sich viele Mädchen und Frauen beim Alkohol stärker kontrollieren als Männer. Es gibt aber auch Frauen, die sich von dieser gesellschaftlichen Erwartung der Selbstkontrolle bewusst absetzen möchten – zum Beispiel indem sie sich am Trinkverhalten von Männern orientieren.

Frauen als Zielgruppe der Alkoholwerbung

Beim Konsum einiger Getränkearten haben sich Frauen und Männer inzwischen angenähert. So sind Biermixgetränke bei beiden ähnlich beliebt. Spirituosen werden dagegen deutlich häufiger von Männern konsumiert. Eine Studie über Alkoholwerbung im deutschen Fernsehen ergab, dass in der Werbung für Mixgetränke vermehrt weibliche Darsteller eingesetzt werden. In der Wein- und Sektwerbung waren ungefähr gleich viele Männer und Frauen zu sehen.

Für Frauen gibt es gute Gründe dafür, sich beim Alkoholkonsum nicht am Verhalten von Männern zu orientieren, denn …

… die gleiche Menge Alkohol lässt bei Frauen den Promillewert (Promille weiblich) (Promille männlich) stärker ansteigen als bei Männern. Denn Frauen sind im Allgemeinen leichter und ihr Körperflüssigkeitsanteil ist niedriger. Außerdem bauen Frauen Alkohol langsamer ab. Deshalb sind Frauen schneller und wegen des verlangsamten Abbaus auch länger in einem für sie riskanten Bereich. (Risiko weiblich) (Risiko männlich)

… viele wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass Frauen sensibler auf das Zellgift Alkohol reagieren. Deshalb liegen bei ihnen die Grenzen für risikoarmen Alkoholkonsum niedriger als bei den Männern.

… es gibt genügend andere Möglichkeiten, mit Männern mitzuhalten.

… im Limit zu bleiben ist souveräner, als die Kontrolle zu verlieren.

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