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Alkohol in der Gesellschaft – bei Männern

Wann ist ein Mann ein Mann?

Statistiken zeigen deutlich: Männer trinken mehr und riskanter Alkohol als Frauen. Dabei werden sie häufiger zu Verursachern und Opfern im Straßenverkehr und bei gewalttätigen Auseinandersetzungen. Das riskantere Trinkverhalten zeigt sich schon bei jungen Männern: „Die Unfallursache Alkohol tritt mit Abstand am häufigsten in der Altersgruppe von 21 bis 24 Jahren auf“, so das Jahrbuch Sucht 2012. Und: Deutlich mehr Männer als Frauen sind alkoholabhängig oder erfüllen die Kriterien für Alkoholmissbrauch.

Der Mythos vom trinkfesten Mann

Der riskantere Umgang von Männern mit Alkohol lässt sich unter anderem mit gesellschaftlichen Rollenbildern erklären: Die Verknüpfung zwischen hohem Alkoholkonsum und Männlichkeit ist tief in unserer Kultur verwurzelt. Der Konsum von Spirituosen war beispielsweise lange Zeit Männern vorbehalten. Zwar greifen Männer auch heute noch häufiger zu Schnaps & Co. als Frauen, inzwischen trinken jedoch auch einige Frauen hochprozentigen Alkohol.

Der alte Spruch „Ein richtiger Mann muss schon ein paar Gläser vertragen können“ hält sich beharrlich. „Trinkfest“ zu sein gilt bei vielen immer noch als Statussymbol, (vor allem) unter Männern. Wenig oder keinen Alkohol zu trinken wird dagegen oft als „unmännlich“ bewertet. Dabei hat jemand, der „viel Alkohol verträgt“, einfach eine sogenannte Alkoholtoleranz entwickelt. Das bedeutet, dass er, um die gleiche Wirkung zu erzielen, mehr Alkohol trinken muss. Eine erhöhte Alkoholtoleranz kann ein erster Schritt in Richtung eines problematischen Alkoholkonsums sein.

Mit den Jungs unterwegs

Alkohol hat in Männergruppen oft die Funktion, eine Gemeinsamkeit zu schaffen: Es werden die gleichen Getränke bestellt und gemeinsam bis zum Rausch getrunken. Männer neigen stärker als Frauen im Rausch dazu, „Macht“ zu demonstrieren, zum Beispiel indem sie sich mit anderen in Trinkspielen und Mutproben messen oder gegen Regeln verstoßen. Das ist auch eine Erklärung dafür, dass Männer häufiger unter Alkoholeinfluss Unfälle verursachen oder Schlägereien anzetteln.

Männliche Rollenbilder in der Werbung

Auch in der Werbung werden häufig männliche Rollenbilder aufgegriffen, attraktiv in Szene gesetzt und mit dem Produkt Alkohol verknüpft. Ein gewaltiges Werbebudget sorgt hier dafür, dass die gedankliche Verbindung zwischen Männern und Alkohol gestärkt wird. Eine Studie über Alkoholwerbung im deutschen Fernsehen ergab, dass ein Großteil der Darsteller in der Werbung für alkoholische Getränke männlich ist. Vor allem in der Bierwerbung setzt die Industrie auf Männer.

Macht Alkohol männlich?

Alkohol reduziert Hemmungen, dämpft Ängste und erhöht die Risikobereitschaft – kein Wunder also, dass manche sich stärker fühlen, wenn sie etwas getrunken haben. Auch das gemeinsame Trinken in der Gruppe trägt zu diesem „Machtgefühl“ bei.

Nach Hinweisen, dass Alkohol tatsächlich männlicher oder „härter“ macht, sucht man jedoch vergeblich. Im Gegenteil: Größere Mengen Alkohol schwächen nicht nur die geistige Leistungsfähigkeit. Alkohol nach dem Sport bewirkt zum Beispiel, dass der Trainingseffekt geringer ist und der Muskelaufbau gestört wird. Auch Erektionsschwierigkeiten bei zu viel Alkohol zeigen, dass es gerade nicht „härter“ macht, viel zu trinken.

Auch wenn viele Menschen Alkohol trinken, um sich stärker zu fühlen – wirklich stark ist es …

… sich nicht von anderen vorschreiben zu lassen, wie viel man trinkt – auch nicht von guten Freunden.

… Verantwortung zu zeigen, zum Beispiel indem man im Freundeskreis aufeinander achtgibt, auch beim Alkoholkonsum.

… im Straßenverkehr den Überblick zu behalten, indem man Alkohol und Fahren konsequent trennt.

… sein Limit selbst zu bestimmen.

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