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ALKOHOL UND SEXUALITÄT – Bei Frauen

Wir haben zwei beste Freundinnen zum Thema Alkohol und Sexualität befragt.

Lisa (19) und Anna (18) über ...

… ihre Freundschaft

Lisa: Wir kennen uns schon seit der Grundschule und sind beste Freundinnen.

 

Anna:Ein halbes Jahr lang hatten wir mal Funkstille, so ein blöder Streit in der Mittelstufe. Aber sonst sind wir wie Schwestern. Mit Lisa kann ich über alles reden, von Liebeskummer bis zu vergeigten Prüfungen.

Partys und Alkohol

Anna: Obwohl ich die Jüngere bin, habe ich da eindeutig mehr Erfahrungen. Auch ein paar, auf die ich echt nicht stolz bin. Ich hatte eine wilde Phase, so vor zwei Jahren. Zusammen mit ein paar Mädels bin ich samstags immer um die Häuser gezogen. Vorher waren wir immer „vorglühen“ bei einer von uns zu Hause, weil wir uns die Preise in der Disco nicht leisten konnten. Mit der Zeit war mir das zu hohl, ich habe mir dann andere Leute gesucht. Weil irgendwann ging es nur noch darum, sich abzuschießen. Die haben zwar voll akzeptiert, wenn ich mal nicht mitgetrunken habe, aber wenn die anderen dann betrunken waren, war mit denen nicht mehr viel anzufangen.

 

Lisa: Ich gehe gerne auf Partys, aber Alkohol war irgendwie nie ein wirkliches Thema für mich. Ab und zu mal ein Glas Sekt, aber eigentlich schmeckt mir das meiste nicht wirklich. Mich nervt auch, dass ich oft gefragt werde, warum ich nichts trinke. Ich frage ja die anderen auch nicht, warum sie Alkohol trinken. Obwohl, das wäre eigentlich mal interessant …

betrunkene Jungs

Lisa: Die kann ich irgendwie nicht ernst nehmen. Und wenn Männer sich regelmäßig besaufen, finde ich das richtig abturnend.

 

Anna: Absolut richtig. Vielleicht mit einer Ausnahme: Manche Jungs tanzen nur, wenn sie was getrunken haben …

 

Lisa: Dafür muss man sich ja nicht betrinken.

 

Anna: Stimmt.

betrunkene Frauen

Lisa: Eigentlich genauso. Betrunkene sind oft voll peinlich, egal ob Mann oder Frau.

 

Anna: Bei Frauen finde ich es sogar noch etwas peinlicher. Ich weiß auch nicht, warum.

Alkohol in Beziehungen

Anna: Alkohol kann eine Beziehung kaputt machen. Ich war mit einem Typen zusammen, der eindeutig zu viel getrunken hat. Und zwar jedes Wochenende, freitags und samstags. Mit dem war tagsüber nichts mehr anzufangen. Wir haben uns immer häufiger deshalb gestritten, bis es irgendwann nicht mehr ging.

 

Lisa: Ich habe keine persönlichen Erfahrungen mit dem Thema gemacht. Aber ich habe damals gesehen, wie schlecht es Anna ging. Sie kam überhaupt nicht mehr an ihren Freund ran und er hat sie wirklich mies behandelt. 

… blöde Erfahrungen mit Alkohol

Lisa: Ich habe mich einmal übergeben. Das fand ich schon blöd genug.

 

Anna: Ich bin mal nach einer Party aufgewacht und habe nicht mehr gewusst, wie ich nach Hause gekommen bin. Lisa hat mir dann alles erzählt, sie hat mich sicher nach Hause gebracht. Ich hatte wohl einen richtigen Filmriss. Heftig. Nie wieder, ich habe richtig Angst gekriegt. Es hätte ja sonst was passieren können.

 

Lisa: Eine Freundin von uns hatte ein richtig blödes Erlebnis. Sie hatte zu viel getrunken und konnte einen Typen, der sie total bedrängt hat, erst abwehren, als ihr eine andere Freundin zur Hilfe kam.

 

Anna: Deshalb finde ich es auch so wichtig, dass man aufeinander aufpasst im Freundeskreis. Auch darauf, dass eine nicht zu viel trinkt und den Überblick verliert.

 

Lisa: Stimmt, trotzdem ist jede letztendlich für ihren Alkoholkonsum selber verantwortlich.

Nicht nur für Frauen: Fakten zum Thema Alkohol und Sexualität

  • Hormone: Sowohl bei Männern als auch bei Frauen hängen sexuelles Interesse, Lust und Erregung auch mit dem Testosterongehalt im Blut zusammen. Bei Frauen verringert sich durch Alkoholkonsum der Östradiol-Gehalt (ein Östrogen), wodurch im Verhältnis der Testosteronspiegel ansteigt. In der Folge kann die sexuelle Erregbarkeit steigen. Da Alkohol gleichzeitig auch psychische Hemmungen nimmt, kann es vorkommen, dass man beim Sex unvorsichtiger wird oder unüberlegt handelt.
  • Zyklus: Übermäßiger Alkoholkonsum beeinträchtigt auch den Zyklus der Frau. Darum haben alkoholabhängige Frauen häufig Menstruationsstörungen.
  • Schwangerschaft: In der Frühphase der Schwangerschaft kann der Alkoholkonsum der Mutter vor allem zu schwerwiegenden körperlichen Schäden bei dem Embryo führen. In späteren Phasen werden dagegen insbesondere Wachstumsstörungen und intellektuelle Entwicklungsstörungen wahrscheinlicher, wenn das Baby dem Zellgift Alkohol ausgesetzt wird. Von Zeiträumen, in denen Alkohol „weniger schädlich“ für das Kind ist, kann man nicht sprechen. Es werden vor allem die Entwicklungsprozesse gestört, die zum Zeitpunkt des Alkoholkonsums gerade im Vordergrund stehen. Der Grund dafür: Von Anfang an bilden Mutter und Kind eine Einheit. Alkohol, den die Mutter aufnimmt, gelangt auch in den Blutkreislauf des Kindes und verbleibt dort sogar längere Zeit, weil die Leber des Ungeborenen noch nicht so effektiv arbeitet wie bei einem ausgereiften Menschen. Null Promille – Ehrensache.

Grenzüberschreitungen: Vor allem für Mädchen und Frauen steigt bei höheren Mengen Alkohol die Gefahr, dass jemand ihnen näher kommt, als sie das möchten. Infos zu dem Thema auch unter Alkohol und Aggression.

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