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7 Wochen Pause vom Alkohol


Eine Forsa-Umfrage im Auftrag einer Krankenkasse ergab: Jeder zweite Deutsche hält einen gezielten Verzicht auf Genussmittel in der Fastenzeit für sinnvoll. Ganz oben auf der Liste der Dinge, auf die die Befragten verzichten wollen, steht Alkohol (64 Prozent). Es folgen Süßigkeiten mit 59 Prozent und Zigaretten mit 39 Prozent.

Unter dem Motto „7 Wochen Pause“ findet in diesem Jahr schon zum 12. Mal für alle Interessierten eine „Fastenzeit-Aktion“ der Landesstelle für Suchtfragen und der Suchtberatungsstellen in Sachsen-Anhalt statt. Jugendliche und Erwachsene, die an der Aktion teilnehmen, legen für die Fastenzeit - dieses Jahr vom 17. Februar bis zum 3. April – eine Pause von lieb gewonnenen und alltäglich gewordenen Gewohnheiten ein: sie üben sich im Verzicht. Worauf genau verzichtet wird, legen die Aktionsteilnehmer individuell fest.
„Keine Computerspiele am Wochenende“, „keine Schokolade“ oder „Alkohol weglassen“: das sind typische Vorsätze. Der Verzicht auf alkoholische Getränke gehört für viele dazu. Und mancher merkt, dass es gar nicht so einfach ist.

Bewusst genießen lernen

Ziel der Aktion „7 Wochen Pause“ ist, dass sich die Teilnehmer ihre   Konsumgewohnheiten bewusst machen und ihren Konsum mit mehr Genuss erleben. Um mehr Genuss im Alltag geht es auch Attila, der seit einigen Tagen ganz auf Alkohol verzichtet. „Ich möchte gerne wieder bewusster genießen können und nicht einfach aus Gewohnheit trinken“, erklärt Attila seine Motivation, an der Aktion teilzunehmen. Für ihn ist es auch ein Test, ob er es schafft, sieben Wochen keinen Alkohol zu trinken. Seine bisherigen Erfahrungen sind durchweg gut, es fällt ihm leicht, den Alkohol wegzulassen. Nun ist er gespannt auf die nächsten Wochen.

Verzicht auf Alkohol in der Fastenzeit

Auch an anderen Orten in Deutschland verzichten die Menschen in der Fastenzeit auf Genussmittel, wie Süßigkeiten, oder Suchtmittel, wie Alkohol und Tabak. Ursprünglich ist das Fasten ein christlicher Brauch. Heutzutage nutzen viele die Fastenzeit aber auch, um etwas für die eigene  Gesundheit zu tun und wieder ein Gefühl für Konsum und Genuss zu bekommen.
Wer für längere Zeit auf Alkohol ganz verzichtet, erfährt eine Menge über sich: In welchen Situationen fällt mir der Verzicht leicht, wann wird es schwierig? Welche Bedeutung hat der Alkohol für mich? Trinke ich um locker zu werden, um zu entspannen, aus Langeweile oder einfach automatisch, weil es irgendwie dazu gehört? Und: wodurch kann ich Alkohol ersetzen, wenn ich „7 Wochen Pause“ mache?
Als Antwort auf die letzte Frage haben die Verantwortlichen der Fastenzeit-Aktion in Sachsen-Anhalt eine Empfehlung: Die Lücke, die ein Verzicht bringt, sollte man mit Dingen füllen, die einem Spaß machen. Da kommen zum Beispiel alte oder neue Hobbys in Frage, sportliche oder künstlerische Aktivitäten oder für manche auch einfach mehr Bewegung an der frischen Luft.

Um Alternativen zum Alkohol geht es übrigens auch in unserer Rubrik Alkoholfreie Kicks.

Quellen: „7 Wochen Pause!“, eine Aktion der Landesstelle für Suchtfragen und der Suchtberatungsstellen in Sachsen-Anhalt (www.ls-suchtfragen-lsa.de); Südwestpresse („Fasten-Studie: Deutsche streichen Alkohol und Süßes“, 16.02. 2010; Zugriff am 3. März 2010).