Zum Hauptinhalt springen

Achtung Alkohol: krebserregend!


Zu viel Alkohol ist auf Dauer schädlich für den Körper. Soweit, so klar. Aber wusstet ihr, dass Alkohol auch für viele Fälle von Krebserkrankungen verantwortlich ist?

Wenn die Leber wächst …

Die Leber hat einen harten Job. Sie muss Giftstoffe – wie Alkohol – in unschädliche Substanzen aufspalten und abbauen. Alkohol wird also größtenteils in der Leber unschädlich gemacht (mehr Infos zum Alkoholabbau im Körper).
Alkohol ist aber auch energiereich, also kalorienreich. Im Körper wird er daher zu Fett umgewandelt. Bei regelmäßigem und hohem Alkoholkonsum schwillt die Leber an, und es entsteht eine so genannte Fettleber. Aus dieser kann sich eine Leberzirrhose entwickeln, wenn der Alkoholkonsum nicht eingestellt wird. Bei einer Leberzirrhose hat die Leber einen Teil ihrer Fähigkeit, Blut zu reinigen bereits verloren, weil Leberzellen zu funktionsunfähigem Stützgewebe umgebaut wurden. In den westlichen Industrienationen ist Alkohol für rund die Hälfte aller Leberzirrhosen verantwortlich. Ist die Leber einmal geschädigt, kann sich daraus – wesentlich schneller als bei einer gesunden Leber – ein Leberkrebs entwickeln.

Mundhöhlenkrebs & Co

Krebs in der Mundhöhle klingt schrecklich – und ist zudem äußerst gefährlich, vor allem, wenn er spät erkannt wird: etwa jeder Zweite stirbt daran. Starker und regelmäßiger Alkoholkonsum gilt als häufige Ursache für die Entstehung von Krebs gerade im oberen Verdauungstrakt. Hierzu zählen neben der Mundhöhle auch Rachen, Kehlkopf und Speiseröhre.
Ein täglicher Alkoholkonsum von 50 Gramm Reinalkohol – also etwa 1,5 Liter Bier oder 0,5 Liter Wein – vergrößert hier das Krebsrisiko um das Zwei- bis Dreifache. Fatal wird es, wenn zusätzlich noch geraucht wird. Eine Studie aus Frankreich konnte nachweisen, dass ein täglicher Konsum von mehr als 80 Gramm Reinalkohol die Wahrscheinlichkeit, an Speiseröhrenkrebs zu erkranken, um das 18-fache erhöht. Werden zusätzlich noch täglich 20 Zigaretten geraucht, steigt das Krebsrisiko um das 44-fache!
Doch damit nicht genug. Alkohol erhöht erwiesenermaßen auch die Krebsgefahr am Ende der Verdauung, also im Dickdarm. Im Vergleich zu alkoholabstinent lebenden Menschen steigt das Krebsrisikos bei Personen mit einem täglichen Alkoholkonsum von mehr als 50 Gramm Reinalkohol um das 1,4-fache.

Angst vor Brustkrebs

Die bei Frauen am häufigsten auftretende Krebsart ist der Brustkrebs. Mit aufwändigen Untersuchungen wie Mammographie und Ultraschalluntersuchungen wird versucht, ihn rechtzeitig zu erkennen  und dann zu heilen. Und was hat Alkohol mit Brustkrebs zu tun? Zahlreiche Studien konnten nachweisen, dass sich Alkoholkonsum auf die Entstehung von Brustkrebs auswirkt: Bereits bei einer täglichen Konsummenge von 18 Gramm Reinalkohol – also etwa 0,2 Liter Wein – steigt das Risiko für Brustkrebs messbar an. Umfangreiche Studien ergaben, dass das Brustkrebsrisiko bei einem, zwei oder drei und mehr Drinks pro Tag um 10, 20 beziehungsweise 40 Prozent ansteigt. Bei 50 Gramm Reinalkohol pro Tag gilt das Risiko als um 50 Prozent erhöht. Auf Grund dieser Ergebnisse gehen Forscher davon aus, dass 4 Prozent aller Neuerkrankungen von Brustkrebs in den USA auf Alkoholkonsum zurückzuführen sind.

Mechanismus der Krebsentstehung

Der Mechanismus der Krebsentstehung und die Zusammenhänge mit dem Alkoholkonsum sind vielfältig. Grundsätzlich ist die Art des Alkohols für die Entwicklung von Krebs nicht von Bedeutung, sondern allein die getrunkene Alkoholmenge.
Als gesichert gilt, dass vor allem das giftige Abbauprodukt Acetaldehyd eine schädigende Wirkung auf die menschliche DNA hat – und damit eine Krebsentstehung begünstigen kann. Dies betrifft vor allem die oberen Verdauungsorgane.
Für Leberkrebs ist die Leberzirrhose, die durch den Alkoholabbau verursacht wird, eine wichtige Voraussetzung. Die Entstehung von Brustkrebs bei Frauen wird in erster Linie auf den Einfluss des Alkohols auf den weiblichen Hormonhaushalt zurückgeführt. Alkohol führt zu einem erhöhten Östradiolspiegel, der als Risikofaktor für Brustkrebs gilt.

Wissenschaftler empfehlen daher, die Konsumgrenzwerte von 24 Gramm Reinalkohol am Tag für Männer und 12 Gramm für Frauen vor allem im Hinblick auf die krebserregende Wirkung nicht zu überschreiten. Und ganz wichtig, um einer Suchtentstehung vorzubeugen: Zwei Tage in der Woche sollten immer komplett alkoholfrei bleiben!

Quellen:
Leberzirrhose: Ursachen und Entstehung
http://www.curado.de/Entstehung-Leberzirrhose-10620/

Studien zu Alkohol und Krebs
http://www.dhs.de/makeit/cms/cms_upload/dhs/papier_alkohol_u._krebs__deutsche_krebsgesellschaft.pdf

Krebsrisiko steigt durch Alkoholkonsum
http://www.gesundial.de/krebsrisiko-steigt-durch-alkohol-konsum-3312

http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=42290