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Aktuelle Zahlen zum Alkoholkonsum in Deutschland


Wie viel Alkohol wird in Deutschland getrunken? Wie viel Geld gibt die Alkoholindustrie pro Jahr aus, um ihre Produkte zu bewerben? Und was sind die Folgen des Alkoholkonsums – wie viele Menschen sind zum Beispiel alkoholabhängig oder trinken in einer Weise, dass man von Alkoholmissbrauch sprechen muss? Antworten gibt das „Jahrbuch Sucht 2013“, das vor kurzem von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) vorgestellt wurde.

9,6 Liter reiner Alkohol pro Einwohner in Deutschland

Danach liegt der Alkoholverbrauch pro Einwohner in Deutschland bei 9,6 Litern reinem Alkohol – eine Zahl, die für viele sicherlich zunächst abstrakt klingt. Wenn man sich jedoch vor Augen hält, dass beispielsweise in einer Literflasche Wodka (40 Vol.-%) 400 ml reiner Alkohol enthalten ist, bekommt man schon eher eine Ahnung von der Menge Alkohol, die zusammen kommen muss, um auf die fast zehn Liter Reinalkohol zu kommen. Bei diesen 9,6 Litern handelt es sich zudem um einen Durchschnittswert, bei dem auch der Konsum von Menschen berücksichtigt wird, die wenig oder gar keinen Alkohol trinken. Das bedeutet, dass andere wiederum deutlich mehr Alkohol zu sich nehmen – sonst würde der genannte Durchschnittswert nicht erreicht. In den letzten Jahren ist der Alkoholverbrauch übrigens in kleinen Schritten zurück gegangen, im Jahr 2000 lag der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch noch bei 10,5 Litern reinem Alkohol.

Auf anschauliche Weise beschreibt die DHS den durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch beim Alkohol: 325 Flaschen Bier, 27 Flaschen Wein, 5,5 Flaschen Schaumwein und 7 Flaschen Schnaps konsumiert der bzw. die Deutsche im Schnitt. Das entspricht einer „Badewanne randvoll gefüllt mit alkoholischen Getränken“, wie die DHS in einer Pressemeldung schreibt. 

Rückgang beim Bierkonsum in den letzten zehn Jahren

In Deutschland wird weniger Bier getrunken als noch vor zehn Jahren – auch das lässt sich an den aktuellen Zahlen zum Alkoholkonsum ablesen. Während im Jahr 2000 pro Einwohner bzw. Einwohnerin durchschnittlich 125,5 Liter Bier konsumiert wurden, lag der Verbrauch in 2011 bei 107,2 Litern pro Person. Um die Nachfrage nach ihren Produkten zu steigern, hat die Alkoholindustrie im Jahr 2011 ganze 585 Millionen Euro in Werbung investiert. Am häufigsten wird Bier beworben.  

Über 100.000 Alkoholvergiftungen pro Jahr

Trotz des leichten Rückgangs ist der Alkoholverbrauch in Deutschland, zum Beispiel im Vergleich zu anderen Ländern, immer noch hoch. Die Folgen des hohen Alkoholkonsums lassen sich ebenfalls in Zahlen ausdrücken. 116.517 Menschen wurden im Jahr 2011 wegen einer akuten Alkoholvergiftung in einem Krankenhaus eingeliefert, damit ist diese Zahl gegenüber dem Vorjahr leicht angestiegen. 26.349 Kinder und Jugendliche haben in 2011 so viel Alkohol getrunken, dass sie in einem Krankenhaus behandelt werden mussten.

1,3 Millionen Alkoholabhängige in Deutschland

Laut einer Untersuchung sind etwa 1,3 Millionen Menschen in Deutschland alkoholabhängig, das Trinkverhalten weiterer 2 Millionen Männer und Frauen fällt in die Kategorie „Alkoholmissbrauch“. An den Folgen ihres Alkoholkonsums sterben jedes Jahr etwa 74.000 Menschen. Auch die finanziellen Kosten des Alkoholkonsums, die zum Beispiel durch Krankheiten oder Arbeitsausfälle entstehen, haben die Expertinnen und Experten berechnet: 26,7 Milliarden Euro müssen jedes Jahr für die Folgen des Trinkens aufgewendet werden.

Weniger als die Hälfte der Jugendlichen trinkt regelmäßig

Die aktuellsten Zahlen zum Alkoholkonsum von Jugendlichen und jungen Erwachsenen liefert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), die auch für die „Alkohol? Kenn dein Limit.“- Kampagne verantwortlich ist. Danach trinkt weniger als die Hälfte der 18- bis 25-Jährigen in Deutschland regelmäßig (d.h. mindestens einmal wöchentlich) Alkohol, nämlich knapp 40 Prozent. Gerade bei dieser Frage können die Forscher weit in die Vergangenheit schauen und Vergleiche anstellen, denn bereits im Jahre 1973 hat man junge Erwachsene gefragt, ob sie regelmäßig Alkohol trinken. In den 1970er Jahren bejahten diese Frage mit 67 Prozent deutlich mehr junge Leute aus dieser Altersgruppe als in der aktuellen Studie. Während der allgemeine Alkoholkonsum langfristig also abnimmt, zeigen sich beim Thema Rauschtrinken dagegen kaum Veränderungen: 42 Prozent der 18- bis 25-Jährigen haben in den 30 Tagen vor der Befragung mindestens einmal eine Menge Alkohol getrunken, die einen Rausch auslösen kann. Damit ist diese Gruppe fast so groß wie im Jahre 2004 (ca. 44 Prozent).

Die meisten Jugendlichen und jungen Erwachsenen bleiben also im Limit, allerdings ist die Zahl der Rauschtrinker immer noch eindeutig zu hoch.

Weitere Zahlen zum Alkoholkonsum in Deutschland findest du hier.

Im Limit bleiben und Spaß haben – mit diesen Tipps und Empfehlungen klappt es!

 

Quellen:

http://www.dhs.de/datenfakten/alkohol.html

Gaertner, B. et al. (2013): Alkohol - Zahlen und Fakten zum Konsum. In: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.): Jahrbuch Sucht 2013. Lengerich: Pabst.

http://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/news/2013-04-02_PM_Alkohol.pdf

Epidemiologischer Suchtsurvey 2006 / Basis Alter:18-64-Jährige / Basis Bevölkerung: 52.010.517 Personen (Stand: 31.12.2005, Statistisches Bundesamt)