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Alkohol als Problemlöser?


Junge Frau mit gesenktem Kopf

„Wenn ich Alkohol trinke, kann ich meine Probleme und Sorgen vergessen“ – das sagt laut einer Untersuchung der BZgA immerhin jeder fünfte Jugendliche bzw. junge Erwachsene in Deutschland.

Beruhigungsmittel Alkohol?
Und tatsächlich hat Alkohol bei vielen Menschen zunächst einmal eine entspannende und beruhigende Wirkung. Das kommt vor allem dadurch zustande, dass Alkohol die Botenstoffe im Gehirn beeinflusst. Über solche Botenstoffe – auch Neurotransmitter genannt – kommunizieren die Nervenzellen im Gehirn miteinander. Einer dieser Botenstoffe trägt den komplizierten Namen „Gamma-Aminobuttersäure“, abgekürzt „Gaba“. Wenn Gaba an Nervenzellen andockt, verlangsamt sich dadurch die Kommunikation zwischen ihnen – vereinfacht gesagt bringt Gaba also „Ruhe in das System“. Alkohol wiederum verstärkt die Wirkung von Gaba – daher der beruhigende Effekt des Alkohols. Bei größeren Mengen Alkohol kippt die entspannende Wirkung allerdings schnell und kann in Gereiztheit und Aggression umschlagen.

Aber es ist nicht nur die körperliche Wirkung von Alkohol im Gehirn, die manche bei Kummer oder Sorgen zum Glas greifen lässt. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Erwartung des einzelnen, dass Alkohol ein Helfer in der Not sein kann.

Alkohol löst keine Probleme
Alkohol trinken, um abzuschalten oder seine Sorgen vergessen zu können – wer in unserer Gesellschaft aufwächst, dem begegnet die Funktion von Alkohol als „Stimmungsaufheller“ an tausend Ecken, vor allem in Filmen und in der Werbung. Oft heißt es dort: „Schlechten Tag gehabt? Trink erst mal einen Schluck“.

Auch wenn die meisten Menschen nicht behaupten würden, dass Alkohol ein guter Problemlöser ist – die gedankliche Verknüpfung zwischen Problemen und Alkohol ist in den Gehirnen abgespeichert und wird oftmals aktiviert, wenn es mal nicht so gut läuft. In solchen Momenten kommt es darauf an, dass man möglichst noch andere Möglichkeiten in seinem „Speicher“ hat, wie man mit Problemen umgehen kann – zum Beispiel die beste Freundin anrufen oder beim Sport seinen Frust loswerden. Wer genügend funktionierende Alternativen kennt, kommt nicht so schnell in die Versuchung, seine Sorgen im Alkohol zu „ertränken“. Denn dass das nicht funktioniert, sagt schon ein alter Spruch: „Sorgen ertrinken nicht in Alkohol, sie können schwimmen.“

Richtig riskant wird es, wenn jemand immer wieder oder sogar regelmäßig aus Kummer trinkt. Experten gehen davon aus, dass das Abhängigkeitsrisiko unter diesen Umständen besonders hoch ist.

Mehr Infos zu dem Thema findet ihr auf der Seite Alkohol – kein Problemlöser.
Auch wenn jemand öfters alleine Alkohol trinkt, kann das auf ein kritisches Trinkverhalten hinweisen. Warum das so ist, erklären wir im zweiten Teil der News.

Siehe auch: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (2011). Der Alkoholkonsum Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland 2010. Kurzbericht zu Ergebnissen einer aktuellen Repräsentativbefragung und Trends. Köln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.