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Alkohol – für Schwangere tabu!


Die meisten Frauen wissen: Alkohol in der Schwangerschaft kann das Kind im Bauch schwer schädigen. Trotzdem verzichten 12 bis 15 Prozent der werdenden Mütter nicht vollständig auf Alkohol.  
Am 9. September ist der Tag des alkoholgeschädigten Kindes. An diesem Tag wird darauf aufmerksam gemacht, welche fatalen Folgen der Alkoholkonsum in der Schwangerschaft haben kann.
Noch immer kommen in Deutschland jedes Jahr rund 10.000 Kinder zur Welt, die wegen des Alkoholkonsums ihrer Mütter in der Schwangerschaft geschädigt sind. Sie haben alkoholbedingte Missbildungen, Entwicklungsstörungen oder sind insgesamt schwer geschädigt.

Durch die Nabelschnur: Achtung, Baby trinkt mit!

Keiner würde auf die Idee kommen, einem Baby einen Schnaps oder ein Bier ins Fläschchen zu füllen. Doch genau das passiert, wenn eine Schwangere alkoholische Drinks zu sich nimmt. Der Alkohol gelangt über Nabelschnur und Mutterkuchen in den Blutkreislauf des Kindes. Schon nach wenigen Minuten haben Mutter und Kind denselben Alkoholspiegel. Da die Leber des Kindes aber noch nicht vollständig entwickelt ist, wird der Alkohol langsamer abgebaut, so dass der Blutalkoholspiegel sogar höher ist als bei der Mutter. Die Folge: Durch das Zellgift Alkohol kann das Kind in seiner Entwicklung auf Dauer geschädigt werden!

Alkohol in jeder Phase der Schwangerschaft gefährlich

Zu Beginn einer Schwangerschaft kann es passieren, dass Frauen Alkohol trinken, ohne zu wissen, dass sie schwanger sind. Das ist nicht ungefährlich, denn gerade in den ersten drei Monaten ist das werdende Leben in einer empfindlichen Entwicklungsphase, die durch das Zellgift Alkohol gestört werden kann. Es kann zu körperlichen Fehlbildungen und zu einer Störung in der Gehirnentwicklung kommen, da Alkohol die Zellteilung beeinträchtigt.
Vom vierten bis zum sechsten Schwangerschaftsmonat behindert Alkohol das normale Wachstum des Kindes. Das Risiko einer Fehlgeburt kann steigen.
In den letzten Schwangerschaftsmonaten wirkt sich Alkohohl erneut sehr ungünstig auf die geistige Entwicklung aus, da es die Vernetzung der Hirnzellen behindert. Außerdem ist es möglich, dass unvernetzte Gehirnzellen dann absterben und sich die Gehirnmasse insgesamt verringert.

Die Katastrophe: Das Fetale Alkoholsyndrom

Werdende Mütter, die regelmäßig viel Alkohol trinken, haben ein deutlich erhöhtes Risiko, ein schwer geschädigtes Kind zur Welt zu bringen. Kinder, die am Fetalen Alkoholsyndrom leiden, sind für ihr Leben geschädigt: körperlich, geistig und in ihrem Sozialverhalten. Die Schädigungen sind nicht rückgängig zu machen und bedeuten eine lebenslange Behinderung.
Das Fetale Alkoholsyndrom ist die berühmte „Spitze des Eisbergs“ in Bezug auf Alkoholschäden bei Neugeborenen. Unter der Bezeichnung Fetale Alkoholeffekte werden andere Schädigungen durch Alkohol in der Schwangerschaft zusammengefasst, die häufiger auftreten. Bei der Geburt sind die betroffenen Kinder noch unauffällig, aber in der frühen Kindheit werden die Schädigungen – geistige Fehlentwicklungen, Bewegungsstörungen und Entwicklungsverzögerungen – sichtbar.

Fazit:

Alkohol kann in allen Phasen der Schwangerschaft bleibende Schäden beim Kind hinterlassen. Auch kleine Mengen Alkohol können für das Kind gefährlich werden. Deshalb ist Alkohol für Schwangere tabu und am besten ist es, wenn der werdende Vater auch auf Alkohol verzichtet und damit seine Partnerin unterstützt. Mit alkoholfreien Cocktails oder alkoholfreien Drinks gibt es genug gesündere und leckere Alternativen.

Quellen:

Kein Alkohol in der Schwangerschaft!: http://www.kenn-dein-limit.de/alkohol/schwangerschaft-und-stillzeit/schwangerschaft/

Fetale Alkohol-Spektrum-Störungen: Persistierende Folgen im Erwachsenenalter. http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=suche&p=alkohol+schwangerschaft&id=62292

Berufsverband der Frauenärzte e.V.: Im Mutterleib der Droge Alkohol schutzlos ausgeliefert. http://www.bvf.de/fach_info.php?r=2&m=0&s=0&artid=256#

http://www.bzga.de/presse/pressearchiv/?jahr=2009&nummer=546

http://www.rosenfluh.ch/rosenfluh/articles/download/973/strikte_Alkoholabstinenz_in_der_Schwangerschaft_.pdf