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Alkohol – giftig und ein gutes Desinfektionsmittel


Er brennt in der Kehle und lässt die Augen tränen: hochprozentiger Schnaps kann richtig weh tun. Der Grund: Alkohol ist ein Zellgift und wird daher auch gerne als Desinfektionsmittel verwendet, um unerwünschte Keime abzutöten.

Verdünnter Alkohol, wie in Mixgetränken, aber auch in Bier, Wein und Sekt, schmeckt zwar nicht mehr so scharf, seine giftige Wirkung bleibt aber dieselbe. Ein gesunder erwachsener Mensch kann geringe Mengen des Zellgifts Alkohol einigermaßen schadlos abbauen. Wer jedoch zu oft zu viel trinkt, vergiftet sich ständig und riskiert damit seine Gesundheit. Was ist aber zu oft und zu viel? Hierfür sind als Orientierung die Obergrenzen für einen risikoarmen Alkoholkonsum eingeführt worden.

Der Weg des Alkohols im Körper

Die Tatsache, dass wir überhaupt geringe Mengen Alkohol vertragen, verdanken wir einem Abbauprozess im Körper, der aus mehreren Schritten besteht.
Alkohol wird zunächst in geringem Maße direkt in den Magen- und Dünndarmschleimhäuten abgebaut.
Den weitaus größten Teil des Alkohols baut die Leber ab: Sie zersetzt Alkohol zuerst mit Hilfe eines Enzyms („Alkoholdehydrogenase“)  zu Acetaldehyd (ADH). Acetaldehyd ist – wie Alkohol auch - schädlich für den Körper. Im nächsten Schritt des Alkoholabbaus wird das Acetaldehyd durch das Enzym Aldehyddehydrogenase (ALDH) in Essigsäure aufgespalten. Essigsäure ist für den Körper bereits weitaus weniger problematisch: Sie wird durch weitere Enzyme in Kohlendioxid und Wasser zerlegt. Beides wird dann ausgeschieden.

Wenn es viel zu viel Alkohol war …

und der Körper mit dem Abbau nicht mehr hinterherkommt, macht sich das meist in Form eines „Katers“ bemerkbar. Ein „Kater“ wird aber nicht etwa vom Alkohol hervorgerufen. Verantwortlich für die Übelkeit, den Kopfschmerz und das Unwohlsein ist vielmehr das Abbauprodukt Acetaldehyd, das eigentlich vom Körper schnell in Essigsäure umgewandelt werden soll. Wenn aber das zuständige Enzym ALDH mit der Umwandlung nicht nach kommt, bleibt das Acetaldehyd länger im Körper und verursacht dann den „Kater“.

Der Körper baut übrigens pro Stunde konstant etwa 0,1 bis 0,15 Promille ab. Dieser Prozess lässt sich nicht durch Tricks oder Wundermittel beschleunigen: Die Leber kann einfach nicht schneller arbeiten. Hinzu kommt, dass nicht alle Menschen im gleichen Maße über das Enzym zum Alkoholabbau ALDH verfügen. So lässt sich dann auch erklären, warum manche Menschen Alkohol schlechter vertragen und stärker unter einem „Kater“ leiden als andere.

Langzeitfolgen im ganzen Körper

Ein „Kater“ ist sozusagen die sofortige Quittung für einen Alkoholrausch. Wer aber häufig zu viel Alkohol trinkt, der riskiert gesundheitliche Langzeitfolgen. Alkohol verteilt sich über den Blutkreislauf im ganzen Organismus und kann also den gesamten Körper schädigen. Regelmäßiger Alkoholmissbrauch kann beispielsweise die Leber angreifen („Leberzirrhose“), eine chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse verursachen und verschiedene Krebsarten wie Kehlkopf- und Speiseröhrenkrebs hervorrufen.

Besonders anfällig für das Zellgift Alkohol sind Gehirn und Nervensystem. Wer häufiger im Alkoholrausch einen „Filmriss“ oder „Blackout“ erlebt, riskiert Gedächtnislücken und Merkschwierigkeiten. Es gilt: Rauschtrinken ist äußerst gefährlich fürs Hirn!
Regelmäßiges Rauschtrinken führt auf Dauer zu eingeschränkten geistigen Fähigkeiten; eine Alkoholabhängigkeit kann bis hin zur Demenz führen.

Alkohol stört die Hirnentwicklung

Doch nicht nur große Alkoholmengen schaden dem Hirn. Bei jungen Menschen können auch schon kleine Mengen langfristig Schaden anrichten, denn die Hirnentwicklung setzt sich bis ins frühe Erwachsenalter fort. In der Entwicklungsphase ist das Hirn sehr empfänglich für Störungen durch das Zellgift Alkohol: Bereits geringe Mengen können die Vernetzung der Hirnareale empfindlich stören. Das macht sich vielleicht zunächst nicht so sehr bemerkbar, aber: Die Vernetzung ist ausschlaggebend für die Leistungsfähigkeit des Hirns. Wer im Kopf weniger vernetzt ist, dem fällt unter Umständen das Lernen schwerer, er vergisst schneller und insgesamt ist sein Hirn weniger leistungsfähig.

Fazit: Alkohol ist ein Zellgift, das im gesamten Körper Schäden anrichten kann. Wer einen klaren Kopf braucht und fit sein will, der bleibt beim Alkohol am besten immer im Limit!

Quellen:

Alkohol – Basisinformationen
http://www.bzga.de/infomaterialien/alkoholpraevention/alkohol-eine-basisinformation-zum-thema-alkohol/

Alcohol and The Teenage Brain
http://www.decs.sa.gov.au/drugstrategy/files/links/drinkwise.pdf

DHS Info: Alkoholabhängigkeit
http://www.dhs.de/web/daten/A20055-Brosch-Alkohol.pdf