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Alkohol in den Musik-Charts


DJ Pult

„Blame it on the alcohol, blame it on the vodka“ („Schieb die Schuld auf den Alkohol, schieb die Schuld auf den Wodka“) singt Jamie Fox in seinem Hit „Blame it“. In dem Lied werden auch verschiedene Alkoholsorten und Namen von Alkoholmarken genannt. 

Solche Songtexte können mit dazu beitragen, dass Jugendliche mehr Alkohol trinken – das sagen zumindest amerikanische Wissenschaftler. Sie haben in einer Studie Jugendliche gefragt, welche Musik sie hören. Außerdem interessierte man sich für ihre Trinkgewohnheiten. Die Auswertung der Befragungsdaten ergab: Jugendliche, die häufig Songs hören, in denen Alkohol bzw. Markennamen vorkommen, trinken mehr und riskanter Alkohol als andere, die seltener mit diesen Liedern in Berührung kommen. 

Die Wissenschaftler schätzen, dass amerikanische Jugendliche im Schnitt 2,5 Stunden Musik am Tag hören. Pro Stunde hören sie dabei drei bis vier Namen von alkoholischen Getränken. Da es sich dabei um Durchschnittswerte handelt, kriegen einige Jugendliche natürlich auch weniger „Alkohol-Songs“ zu hören, andere aber auch deutlich mehr, erklären die Studienverantwortlichen. Und diejenigen, die häufiger diese Lieder hören, trinken tendenziell mehr und auch häufiger zu viel Alkohol. 

„Verleiten“ Alkohol-Lieder also dazu, über das Limit zu trinken? Nein, so einfach kann man die Ergebnisse sicherlich nicht deuten. Aber offenbar gibt es einen Effekt, den wir aus der Werbung kennen: Immer wieder bestimmte Namen oder Botschaften zu hören, beeinflusst am Ende doch das Kauf- und Trinkverhalten. Und dass Alkoholwerbung wirkt, konnte bereits mehrfach in Studien nachgewiesen werden. Mehr dazu im zweiten Teil der News.

Siehe auch: Brian A. Primack, Auden C. McClure, Zhigang Li, James D. Sargent. Receptivity to and Recall of Alcohol Brand Appearances in U.S. Popular Music and Alcohol-Related Behaviors. Alcoholism: Clinical and Experimental Research, 2014; DOI: 10.1111/acer.12408