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Alkohol in der Familie


Alkohol ist in vielen Familien ein Thema: Der verantwortungsvolle Umgang mit Alkohol ist bei Jugendlichen, aber auch bei ihren Eltern nicht immer selbstverständlich.
 
Viele Erwachsene kennen das gesundheitlich unbedenkliche Alkohol-Limit nicht. Mit ihrem eigenen Konsum liegen sie häufig darüber und sie geben ihren Kindern damit ein schlechtes Vorbild.

Dabei ist risikoarmer Alkoholkonsum für Erwachsene genau definiert: Die Grenze liegt für Männer bei maximal 24 Gramm reinen Alkohol am Tag – das sind etwa zwei kleine Bier (0,3 l). Für Frauen liegt die Grenze bei 12 Gramm – das ist etwa ein kleines Glas Wein (0,1 l). Zwei Tage in der Woche haben außerdem komplett alkoholfrei zu sein.
Jugendliche müssen mit ihrem Alkoholkonsum übrigens deutlich unter diesen Obergrenzen liegen.

Wer als Erwachsener beim Trinken die Obergrenzen häufig überschreitet, geht gesundheitliche Risiken ein: insbesondere Herz, Kreislauf und Leber werden belastet. Außerdem besteht beim Alkohol immer die Gefahr, dass sich auf Dauer eine Alkoholabhängigkeit entwickelt.

In Deutschland sind rund 1,3 Millionen Menschen von einer Alkoholabhängigkeit betroffen. Noch einmal 8,2 Millionen Menschen trinken regelmäßig zu viel Alkohol und liegen damit im riskanten oder auch schon missbräuchlichen Bereich.

Alkoholsucht in Familien

Wenn Eltern ein Alkoholproblem haben, leidet die ganze Familie, vor allem die Kinder: Rund 2,6 Millionen Kinder leben in Familien, in denen mindestens ein  Elternteil alkoholabhängig ist. Ihr Risiko, selbst alkoholkrank zu werden, ist erhöht. Mehr als 30 Prozent dieser Kinder werden im Laufe ihres Lebens eine Alkoholsucht entwickeln.
Gerade für kleinere Kinder ist die Veränderung der Eltern unter Alkoholeinfluss schwer zu verstehen. Sie reagieren verstört, wenn Vater oder Mutter nüchtern liebevoll sind, im Alkoholrausch aber unbeherrscht, zurückweisend oder vielleicht sogar gewalttätig. Manche Kinder und Jugendliche sind durch die Alkoholsucht ihrer Eltern schwer traumatisiert. Schlechte Schulnoten, Verhaltensauffälligkeiten, Depressionen und Ängste können Symptome dafür sein.

Bei Beratungsstellen können Betroffene Hilfe und Unterstützung finden.

Alkoholverbot für die Kinder – ja oder nein?

Viele Eltern verbieten vor dem Hintergrund des Jugendschutzgesetzes den Alkoholkonsum ihrer Kinder grundsätzlich bis zum 16. Lebensjahr. In manchen Familien ist man da auch nicht ganz so streng. Wenn Eltern aber relativ viel Alkohol trinken, kommen auch ihre Kinder häufig früher in Kontakt mit dem Suchtstoff und beginnen selbst zu trinken.
Niederländische Forscher konnten jetzt zeigen, dass es sinnvoll ist, Kindern den Alkoholkonsum zu verbieten, denn gerade Jugendliche, deren Eltern das Alkoholtrinken bereits früh erlaubten, gewöhnten sich schneller an Alkohol und tranken mehr Alkohol als ihre Altersgenossen.
Auch wenn es vielen Jugendlichen also als Bevormundung erscheint: Das Alkoholverbot „der Alten“ ist die richtige Entscheidung. Bis zum 16. Lebensjahr ist es am besten, gar nicht zu trinken. Und danach gilt: weniger ist mehr. Denn Alkohol ist für Heranwachsende mit größeren Risiken verbunden als für Erwachsene.

Genau so wichtig ist aber auch, dass Eltern selbst im Limit bleiben damit sich auf Dauer keine Alkoholsucht entwickelt.

Diskutier’ mit im Forum „Alkohol – ein Thema in Familien“.

Quellen/Links:

Kinder aus alkoholbelasteten Familien
http://www.fasworld.de/KinderausalkoholbelastetenFamilien.pdf

Die Situation der Kinder in alkoholbelasteten Familien
http://www.martin-zobel.de/pdf-dateien/leseprobe-wenn-eltern-zu-viel-trinken.pdf

Suchtgefährdung von Kindern alkoholkranker Eltern
http://www.praevention.at/upload/documentbox/Suchtgefaehrdung_von_Kindern_alkoholkranker_Eltern.pdf

Teens who drink with parents may still develop alcohol problems http://www.sciencedaily.com/releases/2010/01/100127095930.htm