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Alkohol in Deutschland – die Bilanz


Die vier Alkohol? Kenn dein Limit. Motive

Jedes Jahr werden im Jahrbuch Sucht die wichtigsten Zahlen und Daten zu verschiedenen Konsum- und Suchtmitteln veröffentlicht. Im ersten Teil der News haben wir darüber berichtet, dass der Alkoholverbrauch in Deutschland insgesamt hoch ist. Wenn im Durchschnitt fast 10 Liter reiner Alkohol pro Einwohner getrunken wird, hinterlässt das natürlich Spuren. Um die Folgen des hohen Alkoholkonsums soll es in diesem zweiten Teil gehen. 

Die zeigen sich zum Beispiel im Straßenverkehr. Fast jeder zehnte „Verkehrsunfall mit Todesfolge“ steht im Zusammenhang mit Alkohol. Im Jahr 2012 kamen bei Alkoholunfällen 338 Menschen um. Die Wirkung von Alkohol im Straßenverkehr lässt sich so zusammenfassen: Es kommt unter Alkoholeinfluss zu mehr Unfällen – ab 0,5 Promille verdoppelt sich beispielsweise das Unfallrisiko – und die Folgen dieser Unfälle sind gravierender: Während auf 1.000 Unfälle im Straßenverkehr im Durchschnitt 12 tödlich Verunglückte kommen, sind es bei den Alkoholunfällen fast doppelt so viel: 22 Getötete bei 1.000 Alkoholunfällen. Jugendliche und junge Erwachsene sind häufiger als jede andere Altersgruppe von Alkoholunfällen betroffen. Für Fahranfänger und unter 21-Jährige gilt deshalb die Null- Promille-Grenze im Straßenverkehr 

Alkohol enthemmt und macht manche Menschen aggressiv. Die Polizeiliche Kriminalstatistik belegt den Zusammenhang. Ungefähr 13 Prozent aller Tatverdächtigen standen bei der Begehung ihrer Straftat unter Alkoholeinfluss. Bei Gewaltfällen steigt die Quote der Straftaten mit Promille im Blut dann auf 33 Prozent, also fast dreimal so viel. Mehr Infos zu dem Thema findet ihr unter Alkohol und Aggression.

Rauschtrinken kann zum Risiko werden: Im Jahr 2012 wurden über 120.000 Personen wegen einer Alkoholvergiftung in einem Krankenhaus behandelt, mehr als 26.000 von ihnen waren im Alter zwischen zehn und 20 Jahren.

Und: Alkohol ist ein Genuss-, aber auch ein Suchtmittel – schätzungsweise 1,7 Millionen Menschen in Deutschland sind alkoholabhängig.

Fazit: Hoher Alkoholkonsum hat Folgen – für den Einzelnen und die Gesellschaft.
Die bessere Alternative: Im Limit bleiben

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Quellen:

Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.): Jahrbuch Sucht 2014. Lengerich: Pabst. 

Gaertner, B. et al. (2014): Alkohol - Zahlen und Fakten zum Konsum. In: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.): Jahrbuch Sucht 2014. Lengerich: Pabst.

Adams, M. Effertz, T. (2011): Die volkswirtschaftlichen Kosten des Alkohol- und Nikotinkonsums. In: Singer, M.V.; Batra, A.; Mann, K. (Hrsg.): Alkohol und Tabak. Grundlagen und Folgeerkrankungen. Stuttgart: Thieme. 57-61.