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Alkohol kann Allergien verstärken


In Deutschland leiden schätzungsweise rund 20 Millionen Menschen an Allergien.

Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 17 Jahren sind fast zu 23 Prozent von Allergien betroffen.
Vor allem Blüten- und Gräserpollen, Tierhaare, Hausstaubmilben und einige Lebensmittel verursachen bei Allergikern Beschwerden wie Husten, Niesen, Juckreiz, Hautausschlag und anderes.

In der letzten Zeit weisen Allergologen darauf hin, dass Alkoholkonsum bei Allergikern die allergischen Reaktionen verstärken und auch hervorrufen kann.

Studien zufolge leiden Allergiker, nachdem sie Alkohol getrunken haben, häufiger unter einer „laufenden Nase“ und anderen allergischen Beschwerden als Allergiker, die keinen Alkohol getrunken haben. Weiß- und Rotwein erwiesen sich als die häufigsten Auslöser allergischer Reaktionen. Spanische Forscher fanden heraus, dass auch das Trinken von Bier Allergien verstärken kann.

Allergische Reaktionen nach Alkohol

Bei den allergischen Reaktionen ist meist nicht der Alkohol selbst das Problem, sondern die darin enthaltenen Histamine, die bei der Herstellung alkoholischer Getränken während der Gärung entstehen.
Im menschlichen Körper ist das Gewebshormon Histamin als körpereigener Stoff an zahlreichen körperlichen Vorgängen beteiligt. Bei Allergikern verursacht die Ausschüttung von Histaminen allerdings die bekannten allergietypischen Reaktionen wie zum Beispiel Niesen.
Auch durch Alkoholkonsum können bei Allergikern Histamine freigesetzt und aktiviert werden: Trinkt ein Allergiker also Alkohol – insbesondere Wein oder Sekt – kommt es zu einer Histamin-Belastung in seinem Körper und damit zu den allergischen Reaktionen. Übrigens kommen auch in Salami, Käse und anderen Nahrungsmitteln Histamine vor.
Neben Histaminen in alkoholischen Getränken finden sich gerade in Wein und Bier auch noch Schwefelverbindungen (Sulfite), die ebenfalls allergische Beschwerden und Asthma auslösen können. 

Frauen sind stärker betroffen

Bereits allergiebelastete Frauen sind beim Alkoholkonsum doppelt so häufig von allergischen Reaktionen betroffen wie Männer. Das Risiko allergischer Beschwerden kann sich bei Frauen durch das Trinken von mehr als zwei Gläsern Wein pro Tag verdoppeln. Das gilt sogar für Frauen, die keine saisonbedingten oder ständigen Allergiesymptome haben. Die Gründe für diese Reaktionen sind noch unklar.

Alkoholunverträglichkeit

Von der Allergie verstärkenden Reaktion des Alkohols bei Allergikern ist die echte Alkoholunverträglichkeit mit allergieähnlichen Beschwerden zu unterscheiden. Die Alkoholunverträglichkeit kommt bei Menschen aus dem asiatischen Raum deutlich häufiger vor: sie ist genetisch bedingt (Mehr Infos).

Menschen mit einer Alkoholunverträglichkeit haben zu wenige Enzyme, die für den schnellen Abbau von Alkohol benötigt werden. Der langsame Alkoholabbau verursacht chemische Verbindungen, die vom Immunsystem als Fremdkörper erkannt und angegriffen werden. Die Folgen dieses „Kampfes“ äußern sich in allergieähnlichen Beschwerden wie zum Beispiel Mundtrockenheit, Juckreiz, Hautrötungen und Übelkeit.       

Fazit: Wer unter einer Allergie leidet, sollte möglichst ganz auf Alkohol verzichten, damit die allergischen Reaktionen sich nicht verschlimmern.
Aber auch für alle anderen ist es gut, beim Alkohol das Limit zu kennen und sich daran zu halten. Wie das am besten geht, erfährst du hier!

Quellen:  

Alkohol verstärkt Allergien
http://www.lungenaerzte-im-netz.de/lin/linaktuell/show.php3?id=1842&nodeid=18&nodeid=18&query=Alkohol

Histamin-Intoleranz
http://www.daab.de/ern_histamin.php

Alkoholintoleranz
http://www.wissenschaft-online.de/abo/lexikon/ern/265