Zum Hauptinhalt springen

Alkohol macht verkehrsunfähig


Ein junger Mann fährt alkoholisiert Auto.

Weniger Alkoholunfälle pro Jahr, aber bei immerhin jedem 20. Verkehrsunfall mit Personenschaden standen einer oder mehrere der Unfallbeteiligten unter Alkoholeinfluss. Das geht aus einem Bericht des Statistischen Bundesamtes hervor, den wir im ersten Teil der News vorgestellt haben.
Bei den alkoholisierten Unfallbeteiligten stechen zwei Altersgruppen besonders hervor: die 18- bis 24-Jährigen sowie die 25- bis 34-Jährigen. Und innerhalb dieser beiden Gruppen sind es vor allem Männer, die wegen Trunkenheit am Steuer aufgefallen sind. So setzt sich zum Beispiel die Gruppe der 18- bis 24-jährigen alkoholisierten Unfallbeteiligten aus 2.769 Männern und 316 Frauen zusammen.     

Interessant: Etwa die Hälfte der Alkoholunfälle entsteht „ohne Zutun anderer Verkehrsteilnehmer“, wie die Autoren vom Statistischen Bundesamt berichten. Sie sprechen in diesen Fällen von „Fahrunfällen“: Der Fahrer oder die Fahrerin schätzt die Verkehrssituation oder die Geschwindigkeit falsch ein und verliert daraufhin die Kontrolle über das Fahrzeug.

Selbstüberschätzung, höhere Risikobereitschaft und dazu eingeschränkte Wahrnehmungsfähigkeiten – bekannte Folgen von Alkoholkonsum und im komplexen Verkehrsgeschehen eine große Gefahr. Eine Verkehrspsychologin erklärt: „Unter Alkoholeinfluss arbeitet unser ganzer Bewegungsapparat nicht mehr so präzise wie in nüchternem Zustand. Das wirkt sich insbesondere auf die Bedienung der Pedale, von Schaltern und Hebeln sowie auf das Lenkverhalten aus. So können überschießende Bewegungsabläufe dazu führen, dass Gas- oder Bremspedale stärker durchgetreten werden als die Situation es erfordert oder das Lenkrad verrissen wird.“ Das ganze Interview mit der Expertin für „Alkohol und Straßenverkehr“ lest ihr hier.  

Fazit: Alkohol ist im Straßenverkehr ein echtes „No Go“. Das gilt für jeden und jede, unabhängig von Alter und Geschlecht. Junge Erwachsene sind zudem häufiger als jede andere Altersgruppe von Alkoholunfällen betroffen. Für Fahranfänger und unter 21-Jährige gilt deshalb die Null-Promille-Grenze im Straßenverkehr.

Quelle:

Statistisches Bundesamt (Oktober 2014); Unfälle unter dem Einfluss von Alkohol oder anderen berauschenden Mitteln im Straßenverkehr 2013