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Alkohol: Wer früh im Leben damit beginnt, trinkt später mehr?


Ein junger Mann auf ein Geländer gestützt und rechts ein junger Mann der im Gras sitzt.

Jugendliche, die während ihrer Pubertät Alkohol trinken, konsumieren später im Leben mehr und auf riskantere Weise Alkohol als andere. Das konnte eine Forscherin aus Mannheim jetzt in einer Studie zeigen. Sie und ihr Team befragten und untersuchten Kinder und Jugendliche in regelmäßigen Abständen bis zu ihrem 23. Lebensjahr. Unter anderem ging es dabei auch um ihre Erfahrungen mit Alkohol und wann bei ihnen die Pubertät – also die Phase ihrer sexuellen Reifung – begann und endete. Und da zeigte sich, dass Jugendliche, die schon in der Zeit der Pubertät Alkohol getrunken hatten, später als junge Erwachsene häufiger zu Alkohol griffen als andere. Eine Überlegung des Forscherteams war nun, dass die „frühen Beginner“ möglicherweise mehr Probleme im Leben hatten als andere – und deshalb auch früher mit Alkohol begannen und später dabei blieben. Eine Befragung in diese Richtung ergab jedoch keinen Zusammenhang – offenbar hat der frühere Konsum alleine schon einen Effekt auf das spätere Trinkverhalten.

Bestätigt wurde diese Schlussfolgerung durch eine Tierstudie, die die Forscher parallel dazu durchführten: Ratten, die in der Zeit ihrer Pubertät in Kontakt mit Alkohol kamen, tranken später ebenfalls mehr als ihre Artgenossen, die erst nach der Pubertät zum ersten Mal Alkohol probierten.

Interessante Forschungsergebnisse also – aber was bedeuten sie für den einzelnen Jugendlichen? Und vor allem für jene, die auch schon früh in ihrem Leben begonnen haben, Alkohol zu trinken?

Zunächst einmal zeigt die Studie, dass Alkoholkonsum Folgen haben kann, die erst später im Leben auftreten. Zweitens machen die Ergebnisse klar, dass das jugendliche Gehirn durch Alkohol besonders gefährdet ist. 

Allerdings bedeuten die Studienergebnisse nicht, dass Alkoholerfahrungen im jungen Alter automatisch dazu führen, dass man im späteren Leben zu viel trinkt. Den statistischen Zusammenhang gibt es zwar – jeder und jede einzelne hat es aber selber in der Hand, im Limit zu bleiben. Dafür gibt es 1000 Gründe und eine Menge Tipps, wie es leichter fällt, sein Limit einzuhalten. 

Quelle: 

Dorothea Blomeyer, Chris M. Friemel, Arlette F. Buchmann, Tobias Banaschewski, Manfred Laucht, Miriam Schneider. Impact of Pubertal Stage at First Drink on Adult Drinking Behavior. Alcoholism: Clinical and Experimental Research, 2013