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Amerikanische Studie: Alleine trinken kann zum Risiko werden


Junger Mann sitzt an eine Wand gelehnt da.

Wenn jemand Alkohol trinkt, um seine Probleme besser bewältigen zu können, kann dadurch sein Suchtrisiko steigen – darum ging es im ersten Teil dieser News.

Auch wenn jemand häufiger alleine trinkt, kann dahinter ein problematischer Umgang mit Alkohol stehen, wie eine Untersuchung aus den USA zeigt. Wissenschaftler befragten Jugendliche im Alter zwischen 12 und 18 Jahren unter anderem nach ihren Trinkgewohnheiten – zum Beispiel, ob sie bevorzugt zusammen mit anderen (auf Partys) Alkohol trinken oder auch, wenn niemand dabei ist.

Nach einigen Jahren, nämlich genau an ihrem 25. Geburtstag, wurden die Versuchspersonen noch einmal befragt. Bei der Auswertung der Befragungen fanden die Wissenschaftler klare Unterschiede zwischen denen, die als Jugendliche vor allem auf Partys und zusammen mit anderen Alkohol getrunken hatten und jenen, die im Jugendalter häufiger auch alleine tranken. Letztere konsumierten zum Zeitpunkt der zweiten Befragung, also als junge Erwachsene, insgesamt mehr Alkohol als die „Party-Trinker“ und berichteten auch häufiger über Alkoholprobleme.

Die Erklärung der Studienverantwortlichen: Wenn Kinder und Jugendliche alleine Alkohol trinken, tun sie dies häufig, weil sie sich einsam fühlen, mit jemandem Streit haben oder weil sie aus anderen Gründen in einer schlechten Stimmung sind. Sie setzen Alkohol als eine Art „Medikament gegen schlechte Gefühle“ ein, beschreibt dies Prof. Kasey Creswell, die an der Studie beteiligt war.

Wer sich bei Problemen und Sorgen zurückzieht und betrinkt, konsumiert tendenziell mehr Alkohol und entwickelt auch schneller eine Sucht – Experten wissen das schon lange, die amerikanische Studie bestätigt es jetzt noch einmal.

Es gibt noch eine weitere Erklärung für den Zusammenhang zwischen dem „Alleine trinken“ und einem problematischem Umgang mit Alkohol: Freunde machen einen ja auch öfters darauf aufmerksam, dass man zu viel trinkt. Oder sie merken, dass es einem nicht so gut geht und bieten ihre Hilfe an. Wenn jemand alleine trinkt, bekommen das die Freunde gar nicht mit und können deswegen also auch nicht einschreiten.

Weitere Infos zu dem Thema gibt es hier.

Siehe auch: Carnegie Mellon University. "Teens who drink alone more likely to develop alcohol problems as young adults." ScienceDaily. ScienceDaily, 18 November 2013.