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Corona-Pandemie: So helfen Alkoholverbote gegen das Virus


Alkoholverbote für den Infektionsschutz: In einigen deutschen Städten gibt es sie bereits, anderswo werden sie diskutiert – ein Überblick.

Junge Menschen feiern auf einer Dachterrasse

Verbote sollen Infektionsrisiko senken

München, Hamburg, Berlin – in mehreren Großstädten gibt es entweder bereits Alkoholverbote oder strenge Regeln für den Konsum an bestimmten Orten. Der Grund: Wenn sich viele Menschen am selben Ort versammeln und dabei Alkohol trinken, erhöht sich das Infektionsrisiko. Denn unter Alkoholeinfluss steigt die Risikobereitschaft und es fällt vielen schwerer, die wichtigen Abstandsregelungen zur Eindämmung des Virus einzuhalten.

Deswegen gibt es in manchen Bezirken Hamburgs bereits seit einigen Wochen Verkaufsverbote für Alkohol an den Wochenenden. Jeweils von 22 Uhr abends bis 6 Uhr morgens dürfen dann z.B. Geschäfte, Tankstellen oder Bars keinen Alkohol „to go“ mehr verkaufen. In München gilt am Wochenende vom 11.09 bis 13.09. erstmals ein komplettes Alkoholverbot an sogenannten „Hotspots“: An mehreren gut besuchten öffentlichen Plätzen darf nachts weder Alkohol verkauft noch getrunken werden. Und auch in Berlin gab es bereits Überlegungen, Alkoholverbote einzuführen.

Gesundheit vs. Grundrechte – eine schwierige Abwägung

Solche Verbote werden von vielen Menschen als Einschränkung ihrer Grundrechte wahrgenommen – eine Tatsache, die auch die Gerichte beschäftigt. In München sollte es schon vor einigen Wochen ein Alkoholverbot im gesamten öffentlichen Raum geben. Dieses Vorhaben wurde aber vom Bayrischen Verwaltungsgerichtshof (VGH) als unverhältnismäßig bewertet und gestoppt. So kam es zu einer angepassten Version des Verbots, das sich ähnlich wie in Hamburg auf bestimmte Orte und Plätze beschränkt.

Solche Verbote werden nicht leichtfertig verhängt und das Beispiel München zeigt, wie gut unsere Demokratie und ihr Rechtssystem funktionieren. Doch auch, wenn Alkoholverbote aus rechtlichen Gründen gekippt werden: Es ist und bleibt in Zeiten der Corona-Pandemie wichtig, alle Abstands- und Hygieneregelungen einzuhalten, um das Virus so gut wie möglich einzudämmen. Wenn das geschafft ist, werden Diskussionen über Verbote und Einschränkungen sicher wieder der Vergangenheit angehören.

Aktuelle und verlässliche Informationen rund um das Corona-Virus findest du auf infektionsschutz.de und zusammengegencorona.de.

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