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Das Ende des Alkoholismus?


Hast du dir morgens nach der Party schon mal gedacht: „Nie wieder Alkohol“? Veränderte Gene könnten künftig dafür sorgen, dass wir weniger Alkohol trinken – weil wir weniger vertragen.

© Getty/Victor_85

Die Wissenschaftler Kelsey Elizabeth Johnson und Benjamin Voight von der University of Pennsylvania haben eine Genmutation entdeckt, die bislang in Afrika und Ostasien aufgetreten ist. Bei ihrer Studie ging es den Biologen ursprünglich darum, Anzeichen für eine natürliche Selektion zu entdecken. Gefunden haben Johnson und Voight eine genetische Veränderung, die die Gefahr senken kann, von Alkohol abhängig zu werden.

Schneller Kopfweh durch Gen-Veränderung

Die Wissenschaftler haben sich unter anderem Veränderungen der Gene angeschaut, die für den Alkoholabbau zuständig sind. Dazu gehört ADH1B, das zusammen mit dem Enzym Alkoholdehydrogenase für den Alkoholabbau zuständig ist. Von ADH1B gibt es eine Variation, nämlich das Gen rs1229984. Wer dieses in sich trägt, bei dem findet der Alkoholabbau beschleunigt statt: Die Aktivität des Enzyms Alkoholdehydrogenase wird erhöht, der Körper baut den Alkohol unter Hochdruck ab. Dabei entsteht Acetaldehyd – das macht den Kater. Und mit rs1229984 schon bei sehr geringen Mengen Alkohol…

Alkoholmissbrauch kann zurückgehen

Es könnte also sein, dass wir künftig nur noch wenig oder gar nichts mehr trinken, weil es uns einfach ganz schnell ganz dreckig geht. Das wiederum würde bedeuten, dass Alkoholmissbrauch und -abhängigkeit zurückgehen würden oder gar nicht mehr vorkämen, weil wir einfach keine größeren Mengen Alkohol mehr zu uns nehmen können.

Genmutation setzt sich langsam durch

Derzeit wurde das mutierte Gen in Ostasien und Afrika und auch bei Afroamerikanern und europäischstämmigen Amerikanern entdeckt. In Europa lässt der genetische Trend noch auf sich warten. Wie lange es dauern wird, bis sich die neue Genvariante weltweit verbreitet und durchsetzt, ist unklar. Die Forscher schätzen, dass wir vermutlich noch viele Tausend Jahre warten müssen, bis sich der genetische Schutz vor Alkoholismus einstellt.