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Die Klippen eines Alkoholrauschs sicher umschiffen?


Gespräch zwischen einem jungen Mann und einer jungen Frau.

Wenn in den Medien über den Alkoholkonsum von Jugendlichen berichtet wird oder auch wenn Fachleute sich zu dem Thema äußern, fällt es meist früher oder später – das Wort „Risiko“. Es wird dann zum Beispiel über Alkoholvergiftungen bei Jugendlichen oder über Alkoholunfälle gesprochen, die von jungen Fahrern verursacht werden. 

Sind junge Leute tatsächlich durch Alkohol stärker gefährdet als (ältere) Erwachsene? Und wie gehen Jugendliche mit den Risiken durch Alkohol um? Wissen sie Bescheid und handeln sie danach? Wir schauen mal genauer hin.

Ein Blick ins Wörterbuch verrät, dass gar nicht so hundertprozentig klar ist, wo das Wort „Risiko“ herkommt. In mehreren Quellen steht jedoch, dass der Begriff aus dem Altgriechischen stammt, „Klippe“ bedeutet und in der Seefahrt verwendet wurde. Das passt schon mal ganz gut, oder? Klippen können gefährlich werden – wenn man aber weiß, wo sie sind und wie man sie umschiffen kann, kann man sich darauf einstellen. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. 

Gibt es also nun spezielle „Alkohol-Klippen“ für Jugendliche? Zunächst einmal gilt für Jüngere genauso wie für Ältere, dass Alkohol die Leistungsfähigkeit des Gehirns herabsetzt und Hemmungen reduziert. Die Folge: Alkoholisierte Personen reagieren langsamer und unkoordinierter, bekommen weniger von ihrer Umwelt mit und haben Mühe mit ihrer Selbstkontrolle. Eine „riskante Mischung“, das zeigen die schon erwähnten Statistiken über Alkoholunfälle oder Alkoholvergiftungen. Auch das Risiko für aggressives Verhalten steigt durch Alkohol. Wir informieren in einem Faktenblatt darüber. 

Ein weiteres Risiko geht zwar auch Ältere an, betrifft Heranwachsende allerdings ganz besonders. „Heranwachsend“ ist auch schon das richtige Stichwort, denn es geht um Wachstums- und Entwicklungsprozesse im Gehirn, die bis zum 21 Lebensjahr stattfinden. Sie können durch zu viel Alkohol gestört werden. Eine mögliche Folge: Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsleistungen – grundlegende Funktionen des Gehirns also –werden beeinträchtigt. Im Jugendalter reagiert das Gehirn besonders sensibel auf Alkohol.

Aus Sicht der Hirnforschung lautet die Antwort auf die Frage, ob Jugendliche durch Alkohol gefährdeter sind als Ältere, also: Ja. Und auch Verkehrsstatistiker weisen darauf hin, dass junge Erwachsene, insbesondere junge Männer, häufiger Alkoholunfälle verursachen als andere Altersgruppen. 

Wie gehen Jugendliche mit den Risiken durch Alkohol um? Dazu mehr im zweiten Teil der News.

Quellen: 

„Suchtmittel im Straßenverkehr 2012 – Zahlen und Fakten“, Martina Albrecht, Stefanie Langner, Horst Schulze in: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.): Jahrbuch Sucht 2014. Lengerich: Pabst.