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"Glasklar statt benebelt" – Aktion der Kampagne "Alkohol? Kenn dein Limit." zum Weltdrogentag


"Glasklar statt benebelt" – unter diesem Motto stand eine völlig neue Open-Air-Aktion von "Alkohol? Kenn dein Limit." anlässlich des diesjährigen Weltdrogentages. Mehrere interaktive Stationen in der Kölner Fußgängerzone luden vor allem Jugendliche zum Mitmachen und zur spielerischen Auseinandersetzung mit dem Thema Alkohol ein. Ein echter "Hingucker" war ein überdimensionales – etwa 2,80m (!) großes – Bierglas, das sich bei näherem Hinsehen als Hörkabine entpuppte. Über Kopfhörer konnte man sich hier Audios zu den Folgen und Gefahren von zu viel Alkohol anhören.

Alkoholfreie Alternativen an der Null-Promille-Bar
An einem ebenfalls riesigen Sektglas konnten Jugendliche ihre Statements abgeben – zum Beispiel zu der Frage, was sie an Menschen peinlich finden, die über ihr Limit getrunken haben. „Die stinken aus dem Mund“ lautete ein Kommentar, eine andere Jugendliche berichtet: „Mein Freund hat bei der Party meiner besten Freundin auf den Boden gekotzt.“ Auch ihre alkoholfreien Lieblingsgetränke schrieben die Jugendlichen auf und zeigten dabei, dass es genügend leckere Alternativen zu alkoholischen Drinks gibt.

Wie man – natürlich ebenfalls alkoholfreie – Fruchtcocktails ganz einfach selber herstellen kann, wurde an der Null-Promille-Bar gezeigt. Hier konnten sich die Jugendlichen auch direkt einmal selbst ausprobieren und ein paar Rezeptideen mixen. Rezepte für alkoholfreie Cocktails sind übrigens auch hier auf der Website zu finden.

Wie sieht die Welt mit 1,3 Promille aus?
Viele Lacher gab es bei dem sogenannten Rauschbrillen-Parcours. Eine Rauschbrille sieht in etwa so aus wie eine Taucherbrille. Wer sie aufsetzt, sieht die Welt wie jemand, der zum Beispiel 1,3 Promille Alkohol im Blut hat. Bei dem Parcours geht es dann darum, mit dieser Gruppe verschiedene Geschicklichkeitsaufgaben zu bestehen – was meistens schief geht. Denn Alkohol beeinträchtigt schon bei deutlich geringeren Promillewerten die Wahrnehmungs- und Koordinationsfähigkeiten. 1,3 Promille bedeutet dann, dass man kaum noch geradeaus gehen kann, geschweige denn eine Schlinge an einem gebogenen Metall entlang führen kann. An dieser Aufgabe des Parcours scheiterten dann auch die meisten.

„Mix it“ – aber mit Augenmaß
Auf die Probe gestellt wurden die Jugendlichen auch beim „Mix it-Schnapsglas“. Hier ging es darum, zu schätzen, wie viel Hochprozentiges eigentlich in ein Mischgetränk kommt. Denn Erfahrungen und sogar wissenschaftliche Studien zeigen, dass viele beim Mixen die Mengen völlig falsch einschätzen. Eine Untersuchung aus England ergab zum Beispiel, dass Versuchspersonen bei Selbstgemixtem rund 50 Prozent mehr Alkohol verwendeten, als wenn sie das gleiche Getränk in einem Pub bestellt hätten. Und auch bei der „Glasklar-Aktion“ lagen viele bei ihren Schätzungen daneben – eine Dosierungshilfe lieferte den Beweis. 

Die Aktion wurde tatkräftig von den Peers der Kampagne unterstützt. Sie kamen schnell mit den Jugendlichen ins Gespräch und gaben ihnen zahlreiche Tipps mit auf den Weg. Unter anderem auch zum Thema Mixgetränke: „Informiert euch über den Alkoholgehalt und achtet auf die Dosierung. Lieber nicht nach Gefühl einschenken, das geht meist nach hinten los.“ 

Positive Bilanz der Aktion
Die Bilanz der Aktion: Viele intensive Gespräche mit Jugendlichen und eine rege Beteiligung an den Mitmachstationen zeigten, dass das Thema viele interessiert und auch noch einiges an Informationsbedarf besteht. „Eigentlich wussten wir schon ganz gut Bescheid über Alkohol, aber vor allem dadurch, dass man so viel selber ausprobieren konnte, haben wir einiges Neues dazu erfahren“, so das Urteil von Julia und Teresa (19 und 20 Jahre alt).

 

Quelle für englische Studie:  BBC News („Home drinkers 'over-pour spirits'”); http://www.mynewsdesk.com/gb/view/pressrelease/department-of-health-english-drinkers-knock-back-double-shots-at-home-358376