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Günstiger Preis – hoher Konsum? Deine Meinung!


Zu ausgelassener Stimmung und Spaß mit Freunden in der Kneipe oder Disco gehören für viele auch alkoholische Getränke (zum Forum).  Die sind in der Regel teurer als alkoholfreie Varianten. Mancher, der gern ausgeht und Alkohol trinkt, wundert sich über die stolze Summe, die er allein für alkoholische Drinks ausgibt.

Günstiger Preis – hoher Konsum?

Vergleicht man die Alkoholpreise in Europa, so zählt Deutschland aber zu den Ländern mit den niedrigsten Preisen für Bier, Wein und Spirituosen.

Unverändert hoch liegt nach wie vor der Pro-Kopf-Verbrauch an Alkohol: Knapp 10 Liter reiner Alkohol bedeutet für Deutschland einen traurigen Platz in der internationalen Spitzengruppe.

Der Preis für Alkohol spielt da sicher mit eine Rolle: Gemessen am durchschnittlichen Einkommen sind alkoholische Getränke in den letzten 40 Jahren hierzulande faktisch um 30 Prozent billiger geworden.
Auf Wein wird in Deutschland sozusagen keine Steuer erhoben: Eine Flasche Wein bekommt man schon für weniger als zwei Euro. Für einen Liter Bier zahlt man in Supermarkt oder Getränkemarkt etwa einen Euro. Nur in einigen osteuropäischen Ländern, wie Ungarn (97 Cent), Bulgarien (77 Cent) oder Tschechien (65 Cent), ist Bier billiger.  In Deutschland liegt der Bierpreis auch deshalb so niedrig, weil Bier mit weniger als 10 Cent je Liter besteuert wird: Pro Liter reinem Alkohol beträgt die Biersteuer genau 1,97 Euro.
Hochprozentiges wird mit etwa 13 Euro pro Liter reinem Alkohol erheblich höher versteuert. Und trotzdem sind auch Spirituosen in Deutschland nicht wirklich teuer: Eine Flasche Wodka gibt’s im Supermarkt schon für weniger als fünf Euro. Dass dieser niedrige Preis zum Konsum regelrecht verführen kann, liegt auf der Hand. Dass ein regelmäßiger und hoher Alkoholkonsum mit vielen Risiken verbunden ist und letztlich zu einer Alkoholabhängigkeit führen kann, steht ebenso außer Frage. Ist der Preis für Alkohol also angemessen? Würde sich ein höherer Preis auf den Konsum auswirken?
In der Europäischen Union hat man junge Alkoholkonsumenten im Alter von 15 bis 25 Jahren dazu befragt: 36 Prozent von ihnen gaben an, dass sie keinen Alkohol mehr kaufen würden, wenn der Preis um 25 Prozent ansteigen würde.
Ein erhöhter Alkoholpreis hätte also für diese Gruppe sofort eine Auswirkung auf ihr Konsumverhalten.
In Deutschland hat eine Preiserhöhung auch bereits in dieser Weise funktioniert: Als die Alkopopsteuer eingeführt wurde, stieg der Preis für Alkopops deutlich an - und der Konsum sank sofort.
         

All-inclusive – beim Alkohol keine gute Wahl

Wer schon einmal ein All-inclusive Angebot genutzt hat, kennt das: Eigentlich will man immer das meiste für sein Geld herausholen. Die Alkohol-All-inclusive-Angebote – einmal zahlen, frei trinken – verleiten dazu, mehr zu trinken, als man eigentlich möchte oder auch verträgt.  Kein Wunder, dass Forscher herausfanden, dass diese Angebote das Rauschtrinken regelrecht fördern.
Junge Leute geben im Schnitt etwa zehn Euro an einem Partyabend für ihre Drinks aus. In Disco oder Kneipe sind Bier, Cocktails, Spirituosen oder Wein aber vergleichsweise teuer. Da sind Angebote mit  Freigetränken, freiem Eintritt oder auch All-inclusive-Angebote für manchen interessant. Die Angebote machen es dann aber auch umso schwerer, beim Alkohol im Limit zu bleiben. Und so kann ein schöner Partyabend im Vollrausch mit all seinen Risiken enden.

Wenn alkoholische Getränke teurer würden, wäre das ein Grund für dich, weniger Alkohol zu trinken? Würde es dir dann leichter fallen, günstigere alkoholfreie Drinks zu wählen? Bist du dafür,  All-inclusive-Angebote und Flatrate-Parties abzuschaffen?

Schreib uns deine Meinung hier.

Quellen:

EU citizens’ towards alcohol (2010)
http://ec.europa.eu/public_opinion/archives/ebs/ebs_331_en.pdf

Experten fordern Steuererhöhungen gegen Komasaufen
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,622952,00.html
     
Kuo, M. et al. (2003). The marketing of alcohol to college students: the role of low prices and special promotions. Am J Prev Med 25 (3).
http://www.hsph.harvard.edu/cas/Documents/marketingalcohol/AlcoholPromotion.pdf