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In Hochgeschwindigkeit durchs Hirn


Grafische Darstellung einer Nervenzelle im Gehirn

Wie viele es gibt, darüber sind sich Wissenschaftler noch gar nicht einig. Einige schätzen ihre Zahl auf 20 bis 30 Milliarden, andere kommen sogar auf 100 Milliarden. Die Rede ist von den Nervenzellen, die in unserem Gehirn zu einem gigantischen Netzwerk verknüpft sind. Ständig sind sie im Einsatz: nehmen Reize von außen auf, verarbeiten sie – und müssen oft blitzschnell reagieren.

Wie funktioniert das eigentlich, dass Informationen in diesem komplizierten Netzwerk so schnell von A nach B gelangen? Und wie wirkt sich hoher Alkoholkonsum auf die Datenautobahnen in unseren Köpfen aus? Eine aktuelle Studie aus Amerika gibt Antworten. 

Natürlich ist das ganze Thema ziemlich kompliziert. Vereinfacht gesagt gibt es zwei unterschiedliche Prozesse, die für die Weiterleitung von Impulsen im Gehirn sorgen:

a) Von einer Nervenzelle zu einer anderen werden Impulse durch einen chemischen Prozess übertragen: Zwischen den Zellen ist ein Spalt, in den ein Botenstoff geschüttet wird. Das wiederum löst eine Aktivität in der anschließenden Zelle aus. Der Kontaktpunkt zwischen zwei Nervenzellen wird auch Synapse genannt.

b) Entlang einer Nervenfaser (siehe Bild) werden die Daten über elektrische Impulse weitergeleitet. Oft sind diese Fasern mit einer Art Fettschicht umhüllt, die auch „Myelinscheide“ genannt wird. Diese Schicht sorgt dafür, dass die elektrischen Impulse ganz besonders schnell weitergeleitet werden. Es gibt auch Nervenfasern ohne diese Fettschicht – entlang dieser Fasern werden die Impulse deutlich langsamer transportiert. Neben der Beschleunigung der elektrischen Impulse hat die Myelinscheide auch eine schützende Funktion für die Nervenfaser.

In der amerikanischen Untersuchung hat man nun herausgefunden, dass Rauschtrinken die Myelinscheiden der Nervenzellen in einer wichtigen Hirnregion schädigen kann. Mehr dazu im zweiten Teil der News.

Quelle:

Society for Neuroscience. "Heavy drinking in adolescence associated with lasting brain changes, animal study suggests." ScienceDaily. ScienceDaily, 28 October 2014.