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Jugendliche in Deutschland im Alkoholrausch? Ein Blick hinter die Schlagzeilen


Sitzender Jugendlicher.

Wir fragen, was dran ist an den vielen Schlagzeilen über „Jugendliche im Alkoholrausch“. Im ersten Teil dieser News haben wir bereits festgestellt, dass Jugendliche heute später mit Alkohol anfangen als noch vor 13 Jahren und die meisten von ihnen nicht regelmäßig trinken. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung der BZgA. Auch zum Thema Rauschtrinken enthält die Studie interessante Informationen.

Wie viele Jugendliche trinken sich in einen Rausch?
Von Rauschtrinken sprechen die Fachleute, wenn bei einer Gelegenheit fünf (bei Männern) bzw. vier (bei Frauen) Gläser Alkohol getrunken werden. Bei 44 Prozent der jungen Erwachsenen (zwischen 18 und 25 Jahren) kam dies in den 30 Tagen vor der Befragung (mindestens einmal) vor. Die Jüngeren berichten seltener über solche Alkoholmengen: 17 Prozent haben bezogen auf die letzten 30 Tage so viel getrunken, dass man von Rauschtrinken spricht. 

4 von 100 Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren geben in der Befragung an, dass sie sich häufig – das bedeutet in diesem Fall vier Mal oder häufiger innerhalb von 30 Tagen – in einen Rausch trinken. Bei den 18- bis 25-Jährigen sind es 14 von 100 jungen Leuten. 

Was bedeuten diese Zahlen? Zum einen, dass die meisten Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland offenbar nichts vom Rauschtrinken halten. Zumindest kommt es bei der Mehrheit von ihnen nicht vor, dass sie die Grenzen zum Rauschtrinken erreichen. 

Auf der anderen Seite ist die Zahl der jungen Leute mit zum Teil regelmäßigen Rauscherfahrungen doch ziemlich hoch – etwa wenn man bedenkt, dass sich 44 von 100 jungen Erwachsenen zumindest gelegentlich den Risiken eines Alkoholrauschs aussetzen.

Und damit sind wir auch bei der letzten Frage angekommen, die wir am Anfang des ersten Teils der News  gestellt haben: Rauschtrinken wird häufig als „problematischer Alkoholkonsum“ beschrieben – für wen ist das überhaupt ein Problem? 

Rauschtrinken kann zum Problem werden:

• für den Trinkenden selbst, denn die Entwicklung des Gehirns wird durch zu viel Alkohol beeinträchtigt. Auch die meisten anderen Organe können durch Alkohol geschädigt werden. 

• und auch für andere, die ebenfalls die Folgen des Rauschtrinkens zu spüren bekommen können, zum Beispiel im Straßenverkehr oder auch durch erhöhte Aggressionsbereitschaft 

Wer im Limit bleibt geht diesen Risiken aus dem Weg und bekommt auch mehr vom Abend mit. Ein paar praktische Tipps helfen dir dabei, dein Limit einzuhalten. 

Quelle:

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (2014). Der Alkoholkonsum Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland 2012. Ergebnisse einer aktuellen Repräsentativbefragung und Trends. Köln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.