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Kater oder nicht – die Trinkmenge macht den Unterschied


Junger Mann erfrischt sich mit Wasser.

Die meisten kennen den Begriff, viele haben auch schon einmal einen erlebt – und dennoch weiß die Wissenschaft nur wenig über den sogenannten (Alkohol-) Kater. Das ergab die Recherche einer Wissenschaftlerin für die englische Zeitung „The Guardian“. 

„Das letzte Bier war irgendwie schlecht“ ist ein kläglicher – und natürlich meist scherzhaft gemeinter – Versuch, die pochenden Kopfschmerzen und die Übelkeit am nächsten Morgen zu erklären. Auch für das „Durcheinander trinken“ als Ursache für einen Kater gibt es keine guten wissenschaftlichen Belege. Vielmehr kann man davon ausgehen, dass beim „Durcheinander trinken“ viele Leute den Überblick verlieren und dadurch insgesamt mehr Alkohol trinken. Und dann natürlich am nächsten Tag einen umso dickeren Kopf haben. Denn das steht fest: Die Menge des getrunkenen Alkohols macht den Unterschied – je mehr jemand konsumiert, desto eher muss er mit schmerzhaften Folgewirkungen „am Tag danach“ rechnen. 

Neben der Trinkmenge bestimmen auch die sogenannten „Fuselalkohole“ über die „Katerwirkung“ von alkoholischen Getränken. Alkohol entsteht durch einen Gärungsprozess. Dabei entsteht nicht nur Ethanol, sondern eben auch die Fuselalkohole. Sie tragen für Nicht-Chemiker kompliziert klingende Namen wie zum Beispiel „Propan-1-ol“ oder „Butan -1-ol“. 

Fuselalkohole sind für den Geschmack von Wein und Bier wichtig. In höheren Konzentrationen können sie sich jedoch schädlich auf die Gesundheit auswirken und die Rauschwirkung verstärken. 

Je nach Getränkeart ist die Zusammensetzung und die Konzentration der Fuselalkohole unterschiedlich. Allgemein lässt sich sagen, dass die Fuselalkohole  bei der Verträglichkeit von Alkohol wohl eine wichtige Rolle spielen. Es lässt sich aber nicht genau vorherbestimmen, welche Fuselalkohole in welcher Konzentration zu welchen Folgewirkungen führen (können). 

Fuselalkohole sind zwar ein interessantes Thema, aber wenn es um die Vermeidung eines Katers geht, ist die Trinkmenge immer noch der beste „Hebel“: Weniger trinken – mehr vom nächsten Tag haben. Diese Faustregel stimmt so gut wie immer. 

Und wenn man nun doch einmal einen Kater hat – was hilft dagegen? Viel Wasser trinken und Bewegung an der frischen Luft tragen zum Wohlbefinden. Ein richtiges Heilmittel gegen den Kater – außer vielleicht „Abwarten und Tee trinken“ – gibt es jedoch nicht. 

Fazit: Im Limit bleiben ist das beste Hilfsmittel gegen einen Kater. Wie das leichter geht, seht ihr hier.  

Quelle: 

Singer und Teyssen (2005.) Alkohol und Alkoholfolgekrankheiten. Grundlagen – Diagnostik – Therapie (Hrsg.: Singer MV, Teyssen S). Berlin, Heidelberg, New York: Springer-Verlag; zweite Auflage