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„Mann trinkt zu viel!“


Am 3. November war Welt-Männertag. Seit dem Jahr 2000 rückt an diesem Tag - der übrigens vom ehemaligen sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow begründet wurde - das Thema „Männer und Gesundheit“ in den Blick der Öffentlichkeit.

Fakt ist: Männer sterben im Schnitt sieben Jahre früher als Frauen. Und der „männliche“ Alkoholkonsum spielt dabei sicherlich auch eine Rolle …

Früher, häufiger, mehr

Schon als Teenager beginnen mehr Jungen als Mädchen, regelmäßig Alkohol zu trinken. So ist im Alter von 13 Jahren wöchentlicher Konsum unter Jungen wesentlich weiter verbreitet als unter gleichaltrigen Mädchen. Mit zunehmendem Alter vergrößern sich die geschlechtsspezifischen Unterschiede immer mehr: Unter den 17-jährigen Jugendlichen trinken 67 Prozent der männlichen, aber nur 40 Prozent der weiblichen Jugendlichen regelmäßig.

Männer trinken gefährlicher

Fast drei Mal so viele Männer wie Frauen betreiben beim Alkohol einen gefährlichen Konsum – das sind 60 bis 120 Gramm reiner Alkohol pro Tag bei Männern und 40 bis 80 Gramm bei Frauen. Zur Erinnerung: Ein Standardglas – also ein kleines Glas Wein – enthält etwa 10 Gramm reinen Alkohol.

Noch deutlicher ist der Unterschied zwischen Männern  und Frauen beim so genannten Hochkonsum, also mehr als 120 Gramm Reinalkohol pro Tag bei Männern und mehr als 80 Gramm bei Frauen: Das Geschlechterverhältnis beträgt hier 1 zu 6. Das heißt: Auf eine Frau, die so viel Alkohol trinkt, dass man von Hochkonsum spricht, kommen sechs Männer, die dies tun.
Es ist nicht verwunderlich, dass nach medizinischen Maßstäben Männer rund fünf Mal häufiger Alkohol missbräuchlich konsumieren als Frauen und mehr als doppelt so oft wie Frauen eine Alkoholabhängigkeit entwickeln [2, 5].

Warum trinken Männer mehr?

Stellt sich die Frage, warum Männer öfter und mehr Alkohol trinken als Frauen. Ein Grund ist sicher, dass Männer in der Regel Alkohol besser vertragen als Frauen, da ihr Körper einen höheren Wasseranteil aufweist und die gleiche Menge Alkohol daher zu einer niedrigeren Blutalkoholkonzentration (Promille) führt als bei Frauen.

Hinzu kommen kulturelle Gründe: Bei männlichen Jugendlichen gilt Alkoholtrinken und oft auch der riskante Konsum noch immer als Zeichen von Männlichkeit.

Forscher der amerikanischen Universitäten von Columbia und Yale haben vor kurzem noch einen weiteren möglichen Grund nachgewiesen. Sie konnten zeigen, dass Alkohol bei Männern zu einer höheren Ausschüttung von Dopamin führt als bei Frauen. Dopamin ist ein - oft auch als Glückshormon bezeichneter – Neurotransmitter, der im Gehirn die Region stimuliert, die für Vergnügen und Glücksgefühle verantwortlich ist. Er ist auch maßgeblich an der Entstehung einer Abhängigkeit und Sucht beteiligt.

Alkohol scheint also bei Männern anders – stärker und intensiver –  zu wirken als bei Frauen. Dadurch steigt auch das Risiko für Männer, vom Alkohol abhängig zu werden [3].

Fakt ist: Zu viel Alkohol schadet sowohl Männern als auch Frauen. Ausgerechnet „das starke Geschlecht“ – also die Männer – unterschätzen die Risiken, trinken zu oft und zu viel und sind daher besonders gefährdet.

Darum Männer: Immer schön im Limit bleiben nicht nur am Welt-Männertag!

Quellen:

Weitere Quellen: