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Mehrheit der Jugendlichen in Deutschland bleibt im Limit


Junger Mann und dahinter eine junge Frau.

Die Mehrheit der Jugendlichen in Deutschland betrinkt sich regelmäßig – immer wieder wird dieses Bild vermittelt, zum Beispiel in Medienberichten. Das ist nicht nur falsch, sondern hat auch noch eine andere Wirkung: Studien zeigen regelmäßig, dass Menschen sich oft am Verhalten von anderen orientieren, vor allem an dem von Gleichaltrigen. Das gilt auch für den Umgang mit Alkohol. Der Eindruck von Jugendlichen, dass die meisten anderen Jugendlichen zu viel Alkohol trinken, fördert also ihren eigenen Alkoholkonsum. Anders gesagt: Wenn es scheinbar „normal“ ist, (viel) Alkohol zu trinken, greift man selber auch eher zum Glas Bier oder Sekt. 

Aber wie häufig und wie viel Alkohol trinken Jugendliche eigentlich tatsächlich? Wissenschaftliche Befragungen der BZgA zeichnen ein ganz anderes Bild als das vom „trinkenden Jugendlichen“. Sie zeigen, dass eine große Mehrheit der Jugendlichen in Deutschland im Limit bleibt. Ein Beispiel: Vier von zehn jungen Erwachsenen (zwischen 18 und 45 Jahren) haben in dem Monat vor der Befragung mindestens einmal so viel getrunken, dass man von Rauschtrinken spricht. Das bedeutet aber auch, dass sechs von zehn Jugendlichen sich in dieser Zeit nicht betrunken haben. Und das Kriterium „Häufiges Rauschtrinken“ – davon spricht man, wenn sich jemand viermal oder häufiger pro Monat betrinkt – trifft auf noch weniger Jugendliche zu, nämlich auf einen von zehn Jugendlichen. 

Seit den 1970 er Jahren ist der regelmäßige Alkoholkonsum von Jugendlichen sogar stetig zurückgegangen. 

Wie kommt also der Eindruck zustande, dass die meisten Jugendlichen zu viel Alkohol trinken? Vielleicht dadurch, dass die vielen Jugendlichen, die im Limit im Limit bleiben, nicht so auffallen. Und dadurch, dass Alkohol häufig in der Öffentlichkeit getrunken wird. 

Und sicherlich auch dadurch, dass es doch eine ganze Reihe von Jugendlichen gibt, die sich in einen Alkoholrausch trinken und damit sich und andere (zum Beispiel im Straßenverkehr) einem hohen Risiko aussetzen. Über die Folgen dieses erhöhten Risikos (zum Beispiel über die vielen Alkoholunfälle bei 18- bis 24-Jährigen) wird dann natürlich berichtet. 

Außerdem kommt Alkohol in unserer Gesellschaft einfach häufig vor, zum Beispiel in der Werbung oder in Filmen. Sieht man die Befragungen der BZgA einmal als Trendinstrument, wird deutlich: sich zu betrinken, ist ganz und gar nicht angesagt.

Auch unsere Bloggerinnen und Blogger beschäftigen sich mit der Rolle von Alkohol in unserer Gesellschaft, dem eigenen Konsum und vielen anderen interessanten Themen. Einfach mal reinklicken, Kommentare sind ausdrücklich erwünscht! 

Quellen:

University of Strathclyde (2013, October 9). Peer pressure's influence calculated by mathematician. ScienceDaily. Retrieved October 29, 2013, from http://www.sciencedaily.com

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (2011). Der Alkoholkonsum Jugendlichen und junger Erwachsener in Deutschland 2010. Kurzbericht zu Ergebnissen einer aktuellen Repräsentativbefragung und Trends. Köln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.