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Notfall Alkoholvergiftung!


Erst verlor er das Wetttrinken, dann sein Leben. Nach mehr als 45 Tequila war ein 16-jährige Berliner ins Koma gefallen. Fünf Wochen später starb er im Krankenhaus. Der Fall aus dem Jahre 2007 hat für Schlagzeilen gesorgt. Todesfälle nach zu viel Alkohol sind aber nur die Spitze des Eisbergs.

Notfall Alkoholvergiftung! In 2008 mussten 25.700 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 20 Jahren mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden. Seit dem Jahr 2000 ist die Anzahl der Alkoholvergiftungen damit um rund 170 Prozent gestiegen! Und leider haben sich auch in 2009 wieder mehr Jugendliche so heftig betrunken, dass sie ins Krankenhaus mussten.

Doch was genau ist eine Alkoholvergiftung und warum kann sie lebensbedrohlich sein? Wie kann man helfen?

Schleichende Vergiftung

Klar ist: Alkohol ist ein Zellgift und der Körper kann Alkohol nur in kleinen Mengen einigermaßen schadlos abbauen. Jede Form von Alkoholrausch ist deshalb auch eine mehr oder weniger schwere „Vergiftung“. Von einem leichten Schwips bis hin zum Vollrausch sind es fließende Übergänge. Die Auswirkungen auf den Körper sind von der Blutalkoholkonzentration (BAK) abhängig, die in Promille angegeben wird.

Schon ab 0,1 Promille ist die enthemmende Wirkung von Alkohol spürbar. Ab etwa 1 Promille beginnt das Rauschstadium und die Reaktionsfähigkeit ist erheblich gestört. Es kommt zu Sprech- und Orientierungsstörungen. Bei 2 Promille ist kaum noch Reaktionsvermögen vorhanden. Die meisten Menschen erbrechen sich spätestens ab 2 Promille. Wird jedoch zu schnell hochprozentiger Alkohol – wie Schnaps, Wodka oder Whiskey – getrunken, kann die Blutalkoholkonzentration schnell sehr hoch ausfallen.

Bei 3 Promille droht bereits Bewusstlosigkeit, verbunden mit einer starken Unterkühlung des Körpers. Die Betroffenen sind kalt und blass und kaum noch ansprechbar. Bei 4 Promille fallen Betrunkene ins Koma. Dabei kann es zu einem Atemstillstand kommen. Ohne sofortige medizinische Versorgung kann dieses Stadium tödlich enden! Lebensbedrohliche Situationen können sich aber auch dadurch ergeben, dass Erbrochenes eingeatmet wird. Der Betrunkene kann an seinem Erbrochenen ersticken, weil die Schutzreflexe durch den Alkohol außer Kraft gesetzt sind.

Notfallmaßnahmen

Wenn jemand nach zu viel Alkohol so betrunken ist, dass er kaum noch ansprechbar ist, sollte man ihn auf keinen Fall alleine lassen. Wichtig ist es, sich um die Person zu kümmern: am besten zuerst in die stabile Seitenlage bringen und warm halten. Als nächstes den Notarzt unter Notruf 112 rufen, den Notarzt auch unbedingt darüber informieren, dass der Betroffene Alkohol getrunken hat.

Wetttrinken: Freizeitspaß oder Russisches Roulette?

Alkohol gehört zu vielen geselligen Anlässen wie Festen, Feierlichkeiten, Jubiläen oder Parties einfach dazu. Meist wird dabei das Limit auch eingehalten. Manchmal führen bestimmte Umstände aber auch zu Trinkexzessen, die lebensgefährlich sein können. Besonders riskant sind Trinkspiele oder Wetttrinken und auch Flatrate-Parties. Die Gefahr dabei ist, dass dem Körper zu schnell zu viel Alkohol zugeführt wird. Dabei werden die natürlichen Abwehrreflexe des Körpers, mit denen er sich vor dem Zellgift Alkohol schützt, außer Kraft gesetzt – das kann lebensgefährlich werden.

Also: Finger weg von Trinkspielen – im Limit bleiben und sein Leben genießen! 

Quellen:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,736768,00.html

http://www.stern.de/panorama/komasaufen-prozess-toedliche-trinkwette-bringt-wirt-ins-gefaengnis-705319.html

Alkoholvergiftung http://www.gesundheit-heute.de/gh/ebene3.html?id=2490

Alkoholunfälle im Straßenverkehr 2009 https://www-ec.destatis.de/csp/shop/sfg/bpm.html.cms.cBroker.cls?cmspath=struktur,vollanzeige.csp&ID=1026367