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„Ohne erhobenen Zeigefinger, dafür mit viel Spaß“ – Interview mit „Alkohol? Kenn-dein-Limit.“-Peer‘ Dana


Im Mai startet die neue Peer-Saison der Kampagne „Alkohol? Kenn dein Limit.“, bei der speziell ausgebildete junge Leute (die Peers) auf Jugendliche zugehen, um mit ihnen über das Thema Alkohol zu sprechen. Auch Dana, 22, ist rund ums Jahr ab Mai wieder mit dabei. Im Interview erzählt sie, wie es ist, ein Peer zu sein und was sie in ihrem ersten Jahr als Peer erlebt hat. 

Dana, du bist schon seit einiger Zeit als Peer für die Kampagne „Alkohol? Kenn dein Limit.“ unterwegs. Was ist denn überhaupt ein Peer und wie sieht ein typischer Tag als „Kenn-dein-Limit.“-Peer aus?
Peer bedeutet so viel wie „Gleichaltrige“. Wir „Kenn-dein-Limit.“-Peers sind ungefähr im gleichen Alter wie unsere Zielgruppe, also 16- bis 20-Jährige. Weil wir auf den erhobenen Zeigefinger verzichten und uns gut in die Lebenswelt unserer Gesprächspartner einfühlen können, sprechen die jungen Leute gerne mit uns und hören auch wirklich zu, was wir zu sagen haben. So entstehen richtig gute Gespräche. „Typische“ Tage gibt es eigentlich nicht, weil wir viel unterwegs sind, immer an anderen Orten, zum Beispiel auf Festivals oder Sportveranstaltungen. Auch die Jugendlichen selber sind ganz verschieden – das ist ja gerade das Spannende.

Wie kam es dazu, dass du dich als Peer beworben hast?
Ich studiere Gesundheitspsychologie und habe auch schon meine Studienarbeit zum Thema ‚Alkoholmissbrauch und Alkoholabhängigkeit bei Jugendlichen‘ geschrieben. Als ich dann im Internet gesehen hab’, dass Peers für die Alkoholprävention gesucht werden, war ich sofort dabei und habe mich beworben.

Wie wird man auf die Arbeit als Peer vorbereitet?
Durch eine dreitägige Schulung – dort lernt man auch die anderen Peers kennen und erfährt viel zum Thema Alkohol und Alkoholkonsum bei Jugendlichen. Auch auf die Gespräche mit den Jugendlichen werden wir intensiv vorbereitet. Besonders hilfreich sind da natürlich die Tipps von den erfahrenen Peers, die schon länger für die Kampagne unterwegs sind.
 
Über den Umgang von Jugendlichen mit Alkohol wird viel geschrieben. Wie schätzt du persönlich die Situation ein? Als Peer kommst du ja mit den Jugendlichen ins direkte und offene Gespräch dazu.
So allgemein lässt sich die Frage nicht beantworten. Ich würde es so beschreiben, dass es verschiedene Gruppen von Jugendlichen gibt, die ganz unterschiedlich mit Alkohol umgehen. Einige berichten uns zum Beispiel über schlechte Erfahrungen, die sie mit Alkohol gemacht haben und dass sie deshalb schon vernünftig mit Alkohol umgehen. Andere haben noch kein Bewusstsein für die Risiken ihres Alkoholkonsums entwickelt. Hier ist es uns dann besonders wichtig, ins Gespräch zu kommen, zum Beispiel über unser Flaschendreh-Quiz auf einem Touch-Player oder über den neuen Kampagnen-Spot „Hausparty“.

Sind dir bei deiner Arbeit als Peer auch schon mal witzige oder kuriose Sachen passiert?
Immer mal wieder. Zum Beispiel wurden wir einmal am Ende eines Wochenendes, an dem wir durch Berlin gezogen sind, von Jugendlichen erkannt, mit denen wir am Tag davor gesprochen hatten. Und das obwohl wir unsere Peer-Outfits nicht mehr an hatten. weil wir schon auf dem Nachhauseweg waren. Und das in einer Riesenstadt wie Berlin. Dass wir einen so „bleibenden Eindruck“ hinterlassen haben, hat mich dann doch gewundert.
 
Woran merkst du, dass du im Gespräch mit Jugendlichen etwas erreicht hast?
Zum Beispiel wenn wir mitbekommen, wie die Jugendlichen nach unserem Gespräch untereinander noch weiter diskutieren. Und zum Teil sieht man den Leuten an, wie es „Klick“ macht. Oder wenn Nachfragen gestellt werden – das ist auch immer ein gutes Zeichen dafür, dass wir etwas angestoßen haben.

Glaubst du, dass dich die Arbeit als Peer persönlich verändert hat?
Ja, ich denke schon. Als Peer muss man selbstständig arbeiten können und teamfähig sein. Und man muss natürlich immer wieder auf neue Leute zugehen. Das sind tolle Erfahrungen, die man im Leben gut brauchen kann. Kürzlich habe ich in einem Praktikum sehr gut davon profitieren können.

Im Mai startet die Peer-Saison 2012 und wie immer sind dann einige „Peer-Neueinsteiger“ dabei, Welchen Tipp gibst du ihnen?
Am wichtigsten finde ich, dass man offen ist und man selbst bleibt, einfach authentisch. Das kommt am besten rüber. Schlecht ist, wenn man „verkrampft“, weil man 1000 Fakten im Gespräch unterbringen will. Aber die neuen Peers machen das meistens ganz intuitiv genau richtig. Ich freue mich in jedem Fall auf die neue Saison. Es macht einfach immer wieder Spaß!

Besten Dank für das Gespräch, Dana und viel Erfolg für die diesjährige Peer-Saison