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Rauschtrinken: schlecht für Affen, schlecht für Menschen!


Rauschtrinken: Wissenschaftler verstehen darunter den Konsum von mindestens fünf alkoholischen Getränken bei einer Trinkgelegenheit. Wer also zum Beispiel an einem Disco- oder Partyabend fünf Gläser Bier, Wein, Sekt oder Wodka trinkt, betreibt Rauschtrinken, denn bei diesen Mengen ist ein Alkoholrausch mit all seinen gesundheitlichen und sozialen Risiken sehr wahrscheinlich. Mehr Infos

Fakt ist: Bei jedem Alkoholrausch sterben Millionen von Nervenzellen. Amerikanische Forscher liefern jetzt mit einem Tierversuch zusätzlich neue erstaunliche Erkenntnisse darüber, wie Rauschtrinken die Denkfähigkeit langfristig einschränkt.

Affen im Alkoholrausch

In dem Versuch hatten vier junge Affen über elf Monate lang täglich für eine Stunde die Gelegenheit, ein für sie leckeres alkoholhaltiges Getränk - mit Zitronengeschmack - zu trinken. Die Affen tranken sich daraufhin regelmäßig in einen Alkoholrausch: Die Tiere nahmen so große Alkoholmengen auf, dass sie Blutalkoholwerte erreichten, die auf Menschen umgerechnet fast 2,5 Promille entsprachen. Eine weitere Gruppe von drei jungen Affen erhielt über die gesamte Zeit keinen Alkohol, um so nach Ablauf des Versuchs die Veränderungen zwischen den beiden Gruppen dokumentieren zu können.

Veränderte Affenhirne nach Alkohol

Nach den elf Monaten mit Alkohol durften alle sieben Affen weitere zwei Monate lang keinen Alkohol trinken. Dann wurden die Affenhirne untersucht. Das Ergebnis: Auch nach zwei Monaten Alkohol-Abstinenz wurden bei allen „Alkohol-Affen“ Veränderungen in der Hirnregion Hippocampus festgestellt.

Der Hippocampus ist wichtig für die Bildung neuer Nervenzellen und für das Erinnerungsvermögen, denn hier werden Gedächtnisinhalte aus dem Kurzzeit- in das Langzeitgedächtnis übergeleitet. Das Rauschtrinken hatte auf den Hippocampus folgende Auswirkungen: Die Neubildung von Nervenzellen im Hippocampus war deutlich eingeschränkt, Nervenzellen waren einfach abgestorben oder ihre Entwicklung war deutlich verzögert.

Die Forscher überraschte an diesem Ergebnis vor allem, dass die Hirnveränderungen bei den „Alkohol-Affen“ auch nach zwei Monaten ohne Alkohol noch nachgewiesen werden konnten.

Lassen sich die Ergebnisse der Studie auf den Menschen übertragen?

Forscher bestätigen, dass die Ergebnisse auf Menschen übertragbar sind, denn Affen sind für diese Art von Studien bestens geeignet: Ihr Gehirn stimmt im Aufbau mit dem des Menschen fast vollständig überein. Und auch im Umgang mit Alkohol gibt es eine wichtige Übereinstimmung mit den Primaten: Affen und Menschen mögen Alkohol und berauschen sich gerne.

Was bedeuten die Ergebnisse?

Übertragen auf den Menschen bedeuten die Ergebnisse, dass Rauschtrinken die Funktionen des Hippocampus auch langfristig einschränkt und damit die Entwicklung des Gehirns behindert wird. Hirnforscher gehen davon aus, dass die Entwicklung des menschlichen Gehirns über das 21. Lebensjahr hinaus andauert. Jugendliches Rauschtrinken fällt damit in eine für die Entwicklung des Gehirns sehr sensible Phase. Mehrere Untersuchungen bestätigen, dass Rauschtrinken kurzfristige, aber auch langfristige Folgen für das Gehirn hat: Gedächtnisleistungen, Konzentrations- und Lernfähigkeit können dauerhaft durch zu viel Alkohol geschädigt werden.

Fazit: Wer sein Hirn noch nutzen will, bleibt beim Alkohol im Limit!

Mehr Infos zum Thema „Alkohol und Gehirn“ findest du hier.

Quellen:
Komasaufen hat langfristige Folgen
http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,697973,00.html

Komasaufen Alkohol macht Teens vergesslich
http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/psychologie/sucht/komasaufen-alkohol-macht-teens-vergesslich_aid_268450.html

Binge drinking adolescent monkeys’ brain seriously damaged by alcohol
http://www.physorg.com/news194674023.html