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Seepferdchen mögen keinen Alkohol


Foto von leeren Gläsern und einer Seepferdchen-Zeichnung.

Die Merkfähigkeit leidet, wenn zu viel Alkohol getrunken wird. Im ersten Teil der News haben wir darüber berichtet, dass Alkohol die Funktionsweise einer Hirnregion beeinträchtigen kann, die für die Aufnahme neuer Inhalte in unser Gedächtnis verantwortlich ist. Die Rede ist vom sogenannten Hippocampus (lateinisch für „Seepferdchen“). Der Hippocampus wird auch als „Tor zum Gedächtnis“ bezeichnet. Durch dieses Tor müssen sie alle durch, die neuen Infos.

Die spanische Forscherin Dr. Maria Parada hat sich dafür interessiert, ob hoher Alkoholkonsum auch bei Jugendlichen die Funktion des Hippocampus so stark beeinträchtigen kann, dass ihr Gedächtnis dadurch schwächer wird. Sie befragte und untersuchte 122 Studenten zwischen 18 und 20 Jahren. Ein Teil von ihnen trank sich häufiger in einen Rausch. Von Rauschtrinken spricht man in der wissenschaftlichen Forschung üblicherweise bei mindestens fünf Standardgläsern (Männer) bzw. vier Standardgläsern (Frauen) pro Trinkgelegenheit. 

In den Gedächtnistests, die Dr. Parada und ihr Team mit den Jugendlichen durchführten, schnitten die rauschtrinkenden Studenten deutlich schlechter ab als jene ohne (Alkohol-) Rauscherfahrungen. Sie konnten sich neue Fakten schlechter merken – offenbar hatte ihr Hippocampus unter den Alkoholerfahrungen gelitten. Andere Studien konnten zeigen, dass hoher Alkoholkonsum den Hippocampus sogar schrumpfen lassen kann

Fazit: Seepferdchen mögen keinen Alkohol – das gilt sehr wahrscheinlich auch für das „echte“ Seepferdchen, ganz bestimmt aber für den Hippocampus. 

Noch mehr Infos zur Wirkung von Alkohol auf den menschlichen Körper findet ihr in unserer Body Map.

Parada M., Corral M., Caamaño-Isorna F., Mota N., Crego A., Rodríguez Holguín S., Cadaveira F. (2011), Binge Drinking and Declarative Memory in University Students; In Alcoholism: Clinical and Experimental Research Volume 35, Issue 8, pages 1475–1484, August 2011