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So trinkt die Welt: große Unterschiede beim Rauschtrinken in verschiedenen Ländern

|   Timeteaser News(neu 4)

Portrait-Collage

„Je eher wir anfangen, Alkohol so zu trinken wie die Italiener, desto besser“ – mit diesem Satz beginnt ein Kommentar in der englischen Zeitung The Guardian. Die Autorin beschäftigt sich mit der Frage, wie die Kultur, in der wir leben, unseren Umgang mit Alkohol beeinflusst. Als sie mit dem Studium begonnen habe, sei es ihr genauso wichtig gewesen, viel Alkohol trinken zu können, wie eine gute Arbeit abzugeben, berichtet sie. So habe sie sich das Trinken in großen Mengen sogar richtig „antrainiert“, um mit ihren Kommilitonen mithalten zu können. Viel Alkohol zu vertragen, sei eine Norm in der englischen Kultur, an der sich viele orientieren – sie (zumindest zu Beginn ihres Studiums) eingeschlossen. 

Aber nicht nur in England ist das Rauschtrinken verbreitet. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es zahlreiche Länder, in denen ein Teil der Bevölkerung sich mehr oder weniger regelmäßig betrinkt. Die WHO hat in einem Bericht die „Trinkquoten“ von 192 Ländern zusammengetragen. Und die fallen von Land zu Land, bzw. von Kultur zu Kultur, sehr unterschiedlich aus. Ein Beispiel: In England haben 33 Prozent der über 15-jährigen Bevölkerung in den vergangenen 30 Tagen mindestens einmal so viel getrunken, dass das Kriterium für Rauschtrinken erfüllt war. In Italien lag dieser Prozentsatz bei nur 6 Prozent, was die Autorin zu ihrer Bemerkung veranlasste, es beim Thema Alkohol doch zukünftig so zu halten wie die Italiener: ihn in geringen Mengen und als Teil einer Mahlzeit zu konsumieren. 

Als Kriterium für Rauschtrinken hat die WHO in diesem Fall „60 Gramm oder mehr reinen Alkohol pro Trinkgelegenheit“ definiert. Diese Menge entspricht fünf bis sechs sogenannten „Standardgläsern“. Ein Standardglas ist eine Maßeinheit, die die Berechnung von Alkoholmengen erleichtern soll. In einem Standardglas sind jeweils 10 bis 12 Gramm reiner Alkohol enthalten. Ein Glas Bier (0,25l) ist zum Beispiel so ein Standardglas, genauso wie 0,1l Sekt. 

In Deutschland spricht man bei fünf Standardgläsern pro Trinkgelegenheit (bei Frauen bereits ab vier Standardgläsern) von Rauschtrinken. Die WHO hat hier also die Grenze etwas höher angesetzt, deshalb sind die Ergebnisse auch zum Beispiel nicht direkt mit den Umfrageergebnissen der BZgA-Studien zu vergleichen. Aber auf diese Weise sind die einzelnen Länder in dem WHO-Bericht untereinander gut vergleichbar. Übrigens: Deutschland liegt bei diesem Vergleich mit 16 Prozent (Rauschtrinken der über 15-jährigen Bevölkerung in den letzten 30 Tagen) sozusagen „mittendrin“. 

Die gefundenen Unterschiede bei der Häufigkeit von Rauschtrinken sind durch die verschiedenen Kulturen in den Ländern zu erklären, schreibt die Journalistin. Wie sie das genau meint, lest ihr im zweiten Teil der News