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Sonne, Schnee und …?


Für viele Wintersportler sind Glühwein und Jagertee auf der Piste nicht wegzudenken. Warum eigentlich? Und was bedeutet das für den Spaß im Schnee?

© Getty/Solovyova

Es heißt doch Après Ski

Nach einem Tag im Schnee noch etwas trinken zu gehen, macht Spaß, keine Frage. Das ist der klassische Fall von „Après Ski“, also „nach dem Skifahren“. Für viele Wintersportler gehören Bier, Wein, Schnaps & Co. aber auch fest zur Pause auf der Hütte dazu. Warum eigentlich? Man würde doch beim Krafttraining auch nicht auf die Idee kommen, zwischendurch einen Schnaps zu trinken. Beim Skifahren spielt sicher die Geselligkeit eine Rolle: Man ist mit anderen unterwegs, isst und trinkt (Alkohol) zusammen. Das wird nicht unbedingt hinterfragt, ist gesellschaftlich akzeptiert. Außerdem ist die Annahme immer noch verbreitet, dass Alkohol von innen wärmt. Das Gegenteil ist der Fall, der Körper kühlt schneller aus.

Von Lumumba bis Zirberl

In Österreich sind Heißgetränke mit Alkohol beliebt, wie Kakao mit Rum, ebenso Hochprozentiges wie Zirbenschnaps. Dinge, die man sonst vermutlich nicht auswählen oder einfach überhaupt nicht anrühren würde. Eine spezielle Gefahr dabei ist, dass man die Wirkung dieser Getränke schwer abschätzen kann, weil man sie nicht kennt. Die Wirte setzen auf die Selbstverantwortung der Ski- und Snowboardfahrer, eine offizielle Kontrolle für die Pistentauglichkeit gibt es nicht.

Partylocation und Hüttenzauber

Es geht um den Spaß am Sport, ums Draußen sein, auch ein bisschen ums Abenteuer – oder? Vielen geht es aber auch ganz klar ums Partymachen. Nicht umsonst werben viele Skigebiete damit, dass sie nicht nur gute Bedingungen für Ski und Snowboard bieten, sondern auch eine Top Party-Location sind. Aber mal ehrlich: Mit dem Kater von gestern und wackeligen Knien die schwarze Piste runter fahren ist kein Spaß, es strengt an und nervt. Alkohol und Sport sind generell kein gutes Team. Darüber hinaus ist die Kombination auf der Skipiste auch hoch gefährlich. 

© Getty/oneinchpunch

Schnell und ohne Knautschzone

Auf Skiern erreicht man gerne mal Geschwindigkeiten bis zu 70km/h. Es fällt nicht schwer, sich vorzustellen, dass es lebensgefährlich sein kann, wenn man auf den Brettern die Kontrolle verliert. Das kann unter Alkoholeinfluss leicht passieren, denn man neigt zur Selbstüberschätzung, fährt schneller, riskiert mehr. Gleichzeitig steht man aber nicht mehr so sicher auf Skiern oder Board, das fahrerische Können wird schon ab einer geringen Menge Alkohol beeinträchtigt.

Sehen und Reagieren eingeschränkt

Unsere Sinneswahrnehmung leidet unter Alkoholeinfluss: Die Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit werden bereits ab 0,3 Promille eingeschränkt, ebenso sehen wir schlechter. Schon ein Glühwein oder zwei kleine Bier reichen aus. Situationen auf der Piste, für die schnelle Reaktion nötig ist, überfordern uns und führen zu Stürzen: Anderen ausweichen, auf einer Eisplatte abrutschen. Das Sehen aus den Augenwinkeln (peripheres Sehen) ist eingeschränkt, wir entwickeln also eine Art Tunnelblick, wodurch wir andere Fahrer später wahrnehmen und entsprechend verlangsamt reagieren. Geschwindigkeiten abzuschätzen und Kontraste zu erkennen fällt uns auch schwerer, was beim Skifahren eine wirklich große Unfallgefahr darstellt.

Schnee genießen statt sich abzuschießen

Wer nahe bei oder in den Bergen wohnt, hat natürlich öfter die Gelegenheit für Wintersport. Viele sind aber nur einmal im Jahr auf Skiern und Snowboard unterwegs. Wer will sich die tolle Zeit schon durch einen Unfall vermiesen lassen? Außerdem ist es mit freiem Kopf einfach nochmal so schön.