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STUDIE ZEIGT: ZU VIEL ALKOHOL VERÄNDERT GEHIRN


Laut einer Studie verändern sich bei Vieltrinkern die Hirnstrukturen und die Denkleistungen verschlechtert sich. Jugendliche sind besonders gefährdet, weil ihr Gehirn noch heranreift und Alkohol diesen Reifungsprozess behindert.

© Getty Images / Sergey_Nivens

Alkohol stört den Informationsfluss…

Die Informationsübertragung zwischen den Nervenzellen wird durch Alkohol verändert und gestört. So viel wussten wir schon. Auch, dass das jugendliche Gehirn besonders gefährdet ist, weil es noch im Aufbau ist: Die Hirnstrukturen entwickeln sich weiter, neue Nervenverbindungen werden auf- und nicht mehr benötigte abgebaut. Alkohol und vor allem Rauschtrinken kann diese Entwicklung stören.

…und kann Strukturen im Gehirn verändern.

Jetzt hat ein internationales Forscherteam bisherige Studien zu dem Thema zusammengeführt und nochmals ausgewertet. Dabei kam heraus: Im Gehirn von jugendlichen Vieltrinkern zeigen sich Veränderungen. Einige Regionen waren weniger gut ausgebildet als bei Jugendlichen, die wenig trinken. Besonders betroffen war das Frontalhirn, eine Region, die Hirnforscher vor allem mit Selbstkontrolle und Handlungssteuerung in Verbindung bringen. Aber auch andere Hirnstrukturen waren durch den Alkohol beeinträchtigt. Die Folge: Jugendlichen Vieltrinkern fallen bestimmte Denkleistungen schwerer und sie schneiden darin schlechter ab als Wenigtrinker.

Was das für Schule, Ausbildung und Beruf bedeutet

Tests, bei denen es um Aufmerksamkeit oder die Kontrolle von Impulsen ging, fielen den Vieltrinkern schwerer als anderen, die wenig oder gar nichts trinken. Wer sich regelmäßig einen Rausch antrinkt, kann sich Dinge schlechter merken, zum Beispiel fiel es ihnen schwerer Vokabeln zu lernen. Bei Mädchen und Frauen, die viel trinken, war das räumliche Denken beeinträchtigt.

Weiter stellte sich heraus: Jugendliche Vieltrinker können sich schlechter konzentrieren und oft auch nicht mehr so gut ausdrücken. Entscheidungen treffen sie eher unbedacht, „aus dem Bauch heraus“ und neigen zu einem impulsiven, aufbrausenden Verhalten. Gerade in Schule, Ausbildung und Studium, wo es um Lernen, Leistung und auch das Zusammensein mit anderen geht, kann man diese Art Störungen wirklich nicht gebrauchen. 

 

FAZIT:

Regelmäßiges Rauschtrinken ist in jedem Alter gefährlich. Für Jugendliche ist der Einsatz aber noch höher, weil sich ihr Gehirn noch in der Entwicklung befindet und daher besonders empfindlich ist. Dieser Entwicklungsprozess ist übrigens bis Anfang zwanzig in vollem Gange.   

 

Quellen:

https://www.aerzteblatt.de/treffer?mode=s&wo=17&typ=1&nid=77522&s=Alkohol

http://journal.frontiersin.org/article/10.3389/fpsyg.2017.01111/full

 

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