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Trinken wie die anderen – über den Einfluss der Kultur auf den eigenen Alkoholkonsum


Portrait-Collage

Wie Menschen mit Alkohol umgehen, wird auch von der Kultur beeinflusst, in der sie leben – zu dieser Schlussfolgerung kommt eine englische Journalistin, die sich mit einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) befasst hat. Dabei stellte sie fest, dass in einigen Ländern Rauschtrinken weit verbreitet ist, obwohl es dort zum Teil strenge Gesetze oder hohe Steuern beim Alkohol gibt. Als Beispiel führt sie Amerika an – ein Land, in dem die Alkoholsteuer relativ hoch ist und das gesetzliche Mindestalter für öffentlichen Alkoholkonsum bei 21 Jahren liegt. Und trotzdem kommt Rauschtrinken in den USA ziemlich häufig vor. 

Die Journalistin glaubt zwar, dass solche gesetzliche Regelungen auch eine positive Wirkung haben können. Ausschlaggebend für das Trinkverhalten seien aber „Regeln“ und Gewohnheiten, die in der jeweiligen Kultur herrschen. So sei es für sie in ihrer Studentenzeit ein richtiger Druck gewesen, sich zu betrinken. „Viel Alkohol zu trinken ist ein ganz normales, im Grunde schon zu erwartendes Verhalten in der Übergangsphase vom Jugendlichen zum Erwachsenen“ – das sei eine zentrale „Botschaft“ in der englischen und anderen Kulturen. Damit sich am verbreiteten Rauschtrinken etwas ändert und der oder die einzelne nicht mehr dem Druck zum Mittrinken ausgesetzt ist, müsse sich auch etwas an diesen kulturellen Regeln ändern, schreibt die Journalistin weiter. 

Auch in Deutschland gehört Alkohol bei vielen Gelegenheiten oft „automatisch dazu“. Und viele, besonders Jugendliche, verspüren den Druck mitzuhalten. Viele berichten auch, dass sie selber oft gar nicht vorhaben, viel zu trinken, dass es sich dann aber doch öfters „hochschaukele“ (weil die anderen viel trinken). Sie orientieren sich an den Trinkmengen von anderen, ohne sich dessen immer bewusst zu sein.

Wer will, dass schöne Abende nicht durch zu viel Alkohol in ihr Gegenteil umschlagen, sollte am besten mit eigenem Beispiel vorangehen. Alleine und von heute auf morgen bekommt man den Umgang mit Alkohol in unserer Kultur zwar nicht verändert. Aber man setzt ein Zeichen, wenn man selber im Limit bleibt und zeigt, dass man trotzdem –oder gerade deswegen – einen schönen Abend haben kann.

Tipps, die das „Im Limit bleiben“ erleichtern können, gibt es hier