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Unbeliebt und wissenschaftlich wenig erforscht: Der Kater


Kater trinkt aus einem Wasserhahn.

Stechende Kopfschmerzen, Übelkeit und ein pelziges Gefühl auf der Zunge, dazu ein ausgeprägtes Durstgefühl. Richtig, die Rede ist von einem (Alkohol-) Kater. Offenbar leitet sich der Begriff vom Wort „Katarrh“ ab – ein Fachbegriff für eine Entzündung der Schleimhäute, insbesondere der Atemwegsorgane, wie sie meist bei Erkältungen auftritt. Eigentlich eine etwas irreführende Bezeichnung für die Spätwirkung von zu viel Alkohol, denn die Symptome eines Katers und die eines Katarrhs sind doch recht unterschiedlich. Aber inzwischen hat das Wort Kater einen festen Platz im deutschen Wortschatz – so gut wie jeder weiß, was damit gemeint ist, wenn jemand über einen Kater klagt.

So bekannt der Kater als solcher ist, so wenig weiß die Wissenschaft darüber, wie er entsteht und welche Faktoren darüber bestimmen, wie stark er sich „am Morgen danach“ bemerkbar macht. Eine englische Wissenschaftlerin recherchierte jetzt für die Zeitung „The Guardian“ Studien zu dem Thema und stellte dabei fest, dass es zwar sehr viele Arbeiten über Alkoholvergiftungen gibt – aber vergleichsweise wenige, die sich mit dem Phänomen „(Alkohol-) Kater“ beschäftigen. Sie kam zu dem Schluss: Das meiste, was wir über die schmerzhaften Folgen des Trinkens wissen, stammt aus Erzählungen. Wissenschaftliche Fakten dazu gibt es dagegen nur wenige, zum Teil ergaben Untersuchungen auch widersprüchliche Befunde. 

Zum Beispiel bei der Frage, ob das Alter eine Rolle dabei spielt, wie ausgeprägt die Symptome des Katers ausfallen. Eine Zeit lang war man davon ausgegangen, dass sich ein Kater bei Jugendlichen schwächer bemerkbar macht als bei Erwachsenen. Dieses Forschungsergebnis wurde sogar durch Tierexperimente bestätigt. Eine kürzlich erschienene Studie aus Dänemark zeigte eher einen gegenteiligen Trend: Weniger Katersymptome bei älteren Erwachsenen. Ein Wissenschaftler vermutet, dass bei diesen Vergleichen zwischen Jüngeren und Älteren die jeweiligen Trinkmuster unterschiedlich waren, so dass man hier eventuell „Äpfel mit Birnen“ vergleicht. Zwischenfazit: Bei dieser Frage steht es aus wissenschaftlicher Sicht momentan „unentschieden“ zwischen den Generationen. 

Aber vielleicht spielt das Alter ja auch gar keine Rolle für den Schweregrad eines Katers. Ausschlaggebend dafür, wie dick sich der Kopf am nächsten Tag anfühlt, ist vor allem die Menge und auch die Art des getrunkenen Alkohols. Darüber berichten wir im zweiten Teil der News. Außerdem gehen wir der Frage nach, welche Hilfsmittel es gibt, um die Symptome eines Katers zu bekämpfen.

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Quelle: 

http://www.theguardian.com 

Singer und Teyssen (2005.) Alkohol und Alkoholfolgekrankheiten. Grundlagen – Diagnostik – Therapie (Hrsg.: Singer MV, Teyssen S). Berlin, Heidelberg, New York: Springer-Verlag; zweite Auflage