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„Verwirrte Gedanken und Gefühle“ – Wissenswertes zum Thema „Alkoholrausch“


Laut Duden ist ein Rausch ein „durch Genuss von zu viel Alkohol, von Drogen oder ähnlichem hervorgerufener Zustand, in dem eine mehr oder weniger starke Verwirrung der Gedanken und Gefühle eintritt“. 

„Zu viel Alkohol“ – das klingt zunächst einmal ganz schön abstrakt: Wie viel Alkohol ist denn „zu viel“? Oder anders gefragt: Ab welcher Alkoholmenge muss man mit einem Alkoholrausch rechnen? Die Antwort von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auf diese Frage lautet: „Der Konsum von fünf oder mehr Standardgläsern bei Männern bzw. vier oder mehr Standardgläsern bei Frauen führt bei den meisten Menschen zu einem Alkoholrausch“. Sie sprechen von „Rauschtrinken“, wenn diese Mengen „bei einer Trinkgelegenheit und mit dem Ziel konsumiert werden, einen Rausch herbeizuführen.“ Was eine Trinkgelegenheit ist, wird dabei nicht näher definiert. 

Warnsignal „Alkoholtoleranz“ 

Menschen reagieren jedoch unterschiedlich auf Alkohol. So kann ein Rausch bei einigen schon bei deutlich geringeren Alkoholmengen (als die oben genannten vier bzw. fünf Standardgläser) auftreten. Bei manchen Menschen, die regelmäßig größere Mengen Alkohol trinken, lösen fünf oder sogar mehr Standardgläser wiederum keinen Rausch aus.

Grund dafür ist vor allem die so genannte Toleranz, die der Körper entwickelt, wenn ihm immer wieder Alkohol zugeführt wird. Mit anderen Worten: Der Körper gewöhnt sich mit der Zeit an den Alkohol. Um eine bestimmte Wirkung zu erreichen, muss dann mehr Alkohol getrunken werden, die Dosis also erhöht werden. Wer eine Toleranz entwickelt hat und damit größere Mengen Alkohol „verträgt“, sollte das als Warnzeichen betrachten. Denn in einigen Fällen kann sich aus einer Gewöhnung  ein Alkoholmissbrauch oder sogar eine Abhängigkeit von Alkohol entwickeln. Außerdem ist Alkohol – vor allem wenn er in größeren Mengen konsumiert wird – gesundheitsschädlich. Das gilt in besonderem Maße für Jugendliche, denn der Alkohol kann Reifungsprozesse im Gehirn stören. 

Rauschtrinken ohne Rausch?

Auch eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zeigt, dass ein Teil der Jugendlichen das Kriterium für Rauschtrinken (mindestens vier bzw. fünf Standardgläser pro Trinkgelegenheit) zwar erfüllt, gleichzeitig aber berichtet, keinen Rausch erlebt zu haben.

Das liegt neben der schon angesprochenen Alkoholtoleranz vor allem auch daran, dass Menschen unter einem Rausch oftmals Unterschiedliches verstehen. Der Begriff wird in der Alltagssprache eher selten und wenn dann vor allem für besondere Ausnahmezustände verwendet.

Eine Veränderung des Bewusstseins durch den Einfluss von Alkohol beginnt schon früh –  schließlich verteilt sich der Alkohol schnell im Blut und erreicht nach wenigen Minuten das Gehirn. Aber ab wann ist die durch Alkohol ausgelöste Bewusstseinsveränderung so stark, dass man von einem Rausch spricht? Diese Frage beantworten Menschen offenbar unterschiedlich.

Berauschte Wahrnehmung

Ein Alkoholrausch ist immer mit einer deutlichen Einschränkung der Wahrnehmungs- und Koordinationsfähigkeiten verbunden. Auf der Grundlage von wissenschaftlichen Studien haben Experten Grenzwerte festgelegt, die anzeigen, ab welchem Promillewert mit welchen Ausfallerscheinungen zu rechnen ist. So lässt bereits ab 0,3 Promille die Sehleistung nach und die Risikobereitschaft steigt. Ab 0,5 Promille schätzen Verkehrsteilnehmer Geschwindigkeiten falsch ein und ihr Hörvermögen nimmt ab. Ein Tunnelblick mit einer Einschränkung des Gesichtsfeldes um 25 Prozent (!) tritt ab einem Wert von ungefähr 0,8 Promille ein. Mehr unter Promille und Folgen.

Klar, dass die Unfallgefahr bei solchen Einschränkungen deutlich steigt. Bei 0,5 Promille nimmt das Risiko, einen Unfall zu verursachen, um das Doppelte zu. Im Straßenverkehr heißt „Im Limit bleiben“ deshalb: Null Promille – immer und ohne Ausnahme!

Bleib im Limit

Experten empfehlen, möglichst frühzeitig ein klares Limit festzulegen, um einen Alkoholrausch zu vermeiden, am besten vor dem ersten Glas. Denn Alkohol im Blut schwächt die Selbstkontrolle, man fällt weniger kluge Entscheidungen und die Bereitschaft zum Risiko (zum Beispiel zum Weitertrinken) steigt.

Übrigens: Wie man einen Kick ganz ohne Alkohol erleben kann, erfahrt ihr hier.

Quellen:
http://www.duden.de/rechtschreibung/Rausch#Bedeutung1

http://data.aerzteblatt.org/pdf/106/19/m323.pdf

Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften und Deutscher Verkehrssicherheitsrat, zitiert nach „Substanzbezogene Störungen am Arbeitsplatz. Eine Praxishilfe für Personalverantwortliche.“ 

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (2012). Die Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland 2011. Teilband Alkohol. Köln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.