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Warum tauchen Männer häufiger in Alkohol-Statistiken auf?


Collage aus vielen Bildern eines Mannes

Der weibliche Körper reagiert sensibler auf Alkohol als der männliche. Der Hauptgrund: Der Alkohol verteilt sich bei Frauen auf weniger Körperflüssigkeit, deshalb erreichen sie bei der gleichen Alkoholmenge im Allgemeinen einen höheren Promillewert. 

Ein Blick in verschiedene Statistiken zum Thema Alkohol zeigt jedoch, dass Männer dort viel häufiger auftauchen. So werden sie sehr viel häufiger zu Verursachern und Opfern von Verkehrsunfällen und sind auch öfter in gewalttätige Auseinandersetzungen verwickelt. Und auch von den Langzeitfolgen ihres Alkoholkonsums sind Männer stärker betroffen – sie leiden zum Beispiel häufiger an Krankheiten, die auf ihren Alkoholkonsum zurückzuführen sind. Außerdem gibt es mehr alkoholabhängige Männer als Frauen. Fast zehn Prozent der erwachsenen Männer (9,8 Prozent) erfüllen beispielsweise die Kriterien für entweder Alkoholmissbrauch oder Abhängigkeit. Bei Frauen liegt diese Zahl mit 3,5 Prozent deutlich niedriger. 

Wie ist es zu erklären, dass Männer zwar im akuten Fall etwas mehr Alkohol vertragen, auf lange Sicht aber offenbar schlechter damit umgehen können? Die Antwort: Männer trinken häufiger Alkohol als Frauen und wenn sie trinken, dann auch deutlich mehr. Das zeigt sich ab dem Jugendalter und setzt sich dann bei einigen von ihnen im späteren Leben fort. 

Und diesen Zusammenhang kennt die Wissenschaft schon lange: Wenn jemand viel und häufig trinkt, erhöht sich das Risiko für Langzeitfolgen, zum Beispiel eine Abhängigkeit oder eine durch Alkohol verursachte Erkrankung. 

Sind also Frauen oder Männer gefährdeter durch Alkohol? So einfach lässt sich die Frage wohl doch nicht beantworten. Für beide gilt jedenfalls, dass es sich lohnt, im Limit zu bleiben. Gründe dafür gibt es genügend. 

Weil es für Frauen und Männer Unterschiede beim Thema Alkohol gibt, bieten wir auf dieser Website bei manchen Themen jeweils eine „männliche“ und eine „weibliche Seite“, zum Beispiel unter Alkohol in der Gesellschaft oder Alkohol in Zahlen. Klickt euch mal durch und entdeckt die Unterschiede (und auch die Gemeinsamkeiten). Auch das Motto unserer Kampagne gilt natürlich genau so für Männer wie für Frauen: Alkohol? Kenn' dein Limit. 

Quellen:

Burger, M., Bronstrup, A. & Pietrzik, K. (2004). Derivation of tolerable upper alcohol intake levels in Germany: A systematic review of risks and benefits of moderate alcohol consumption. Preventive Medicine, 39 (1), 111-127

Seitz, H.K., Bühringer G., Mann, K. [2008]. Grenzwerte für den Konsum alkoholischer Getränke. In DHS (Hrsg.).

Jahrbuch Sucht 2008. Geesthacht: Neuland, 205-209

Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.): Jahrbuch Sucht 2014. Lengerich: Pabst.