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Weihnachtszeit am Glühweinstand – eine Tradition?


Mit der Adventszeit ist wieder richtig Weihnachtsstimmung: Weihnachtsfeier, Adventsmarkt und Geschenke-Shopping sind einige der vielen Gelegenheiten, Glühwein zu trinken. 50 Millionen Liter trinken die Deutschen im Jahr, ein Großteil vor und zu Weihnachten. Getrunken wird der würzige Wein aber nicht nur auf den Weihnachtsmärkten, sondern auch zu Hause – abgefüllt aus dem Supermarkt oder in Eigenproduktion. Aber woher kommt diese Tradition? Was muss ein Glühwein können, um Glühwein heißen zu dürfen? Und geht Glühwein auch promillefrei?

@Getty/franz12

Die Tradition, Wein zu würzen und zu erhitzen, reicht bis ins Römische Reich zurück. Damals hieß das Getränk noch "Conditum Paradoxum". Die Römer würzten den Wein hauptsächlich mit Honig, Pfeffer, Safran und fügten Datteln hinzu. Auch im Mittelalter wurde der Brauch in abgeänderter Form fortgeführt. Von der Würzung ähnelte der Wein am ehesten der heutigen Variante. Der große Unterschied: Er wurde kalt getrunken. Seit wann die Deutschen Glühwein auf Weihnachtsmärkten trinken, ist nicht übermittelt. Gut möglich, dass der würzige Wein bereits auf den spätmittelalterlichen Wintermärkten – dem Vorläufer der heutigen Weihnachtsmärkte – verkauft wurde. Die erste abgefüllte Glühweinflasche kam 1956 auf den Markt.

Damit ein Glühwein seinen Namen verdient, muss er auf einen Alkoholgehalt zwischen 7 und 14,5 Volumenprozent kommen. Und am Glühweinstand darf er auf höchstens 80 Grad erhitzt werden, weil sonst schädliche Abbauprodukte entstehen. Die Qualität des öffentlich ausgeschenkten Würzweins überprüfen deutschlandweit Lebensmittelkontrolleure. Erfüllt der Wein nicht den vorgegebenen Alkoholgehalt oder ist zu stark erwärmt, kann das zu Geldstrafen führen. Im vergangenen Jahr verurteilte das Amtsgericht Leipzig einen Standbetreiber zu einer Geldstrafe in Höhe von 525 Euro, weil einer seiner Mitarbeiter den Glühwein bis auf 90 Grad erhitzt hatte und das heiße Getränk nur noch einen Alkoholgehalt von 5,7 Volumenprozent aufwies.

Dass der Alkohol im Glühwein beim ordnungsgemäßen Erhitzen verdampft, ist ein Mythos. Bei normalem Wein verflüchtigt sich der Alkohol schon bei einer Temperatur von 78 Grad. In Würzwein sind aber viele Zusatzstoffe und Zucker. Diese sorgen dafür, dass auch die Temperatur steigt, bei der der Alkohol sich in Luft auflöst. Das heißt, Glühwein kann doch richtig betrunken machen

>> Über weitere Glühweinmythen klären wir auf unserem Blog auf

Wer auf keinen Fall auf Glühwein verzichten will, dafür aber auf Promille im Blut, hat Glück. Denn es gibt ganz viele alkoholfreie Glühweinrezepte:

Glühwein mit Fruchtsäften

© Getty/ElinaManninen

Zutaten:

1 Liter Johannisbeernektar

1 Liter Kirschnektar

1 Liter roter Traubensaft

½ Liter naturtrüber Apfelsaft

5 Kardamon-Schoten

5 Nelken

2 Stangen Zimt (zerbröckeln)

Etwas Zitronen- oder Limonensaft

 

Zubereitung:

Misch alle Zutaten – außer dem Zitronen- oder Limonensaft – in einem großen Topf und stelle diesen auf den Herd. Lass die Mischung, nachdem sie erwärmt wurde, einige Stunden ziehen. Vor dem Servieren nochmals erwärmen – nicht kochen lassen! Mit Limonensaft abschmecken und servieren. Fertig ist die Weihnachtsstimmung und das ganz ohne dicken Schädel am nächsten Tag.

>> Dieses und andere Rezepte für alkoholfreien Punsch, findest du hier 

Quellen: 

https://www.test.de/Lebensmittelkontrolle-Arbeitsalltag-eines-Kontrolleurs-4379253-4379261/

https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/gluehwein-schnell-getrunken-heftig-bereut-1.4223685

http://www.lvz.de/Leipzig/Polizeiticker/Polizeiticker-Leipzig/Zu-wenig-Alkohol-im-Gluehwein-Geschaeftsmann-sollte-525-Euro-Strafe-zahlen