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Weniger Alkoholunfälle in Deutschland


Drei junge Menschen fahren in einem Auto.

Gute Nachrichten konnte Ende vergangenen Jahres das Statistische Bundesamt vermelden: Die Zahl der Alkoholunfälle mit Personenschaden ist im Jahr 2013 auf den niedrigsten Stand seit 1975 gefallen. Von einem Alkoholunfall spricht man, wenn mindestens einer der Beteiligten bei einem Verkehrsunfall unter Alkoholeinfluss stand. Ein Personenschaden liegt immer dann vor, wenn ein Mensch bei einem Unfall verletzt oder getötet wird.

Im Jahr 2013 wurden insgesamt 13.980 Alkoholunfälle registriert, bei denen 17.834 Menschen zu Schaden kamen. Zum Vergleich: Im Jahr 1975 hatte man noch über 50.000 Alkoholunfälle mit Personenschaden und über 75.000 verunglückte Personen gezählt. Etwa jeder 20. Verkehrsunfall mit einem Personenschaden ist heutzutage ein Alkoholunfall, im Jahr 1975 war noch bei jedem achten Unfall mit Personenschaden (mindestens) eine beteiligte Person alkoholisiert. Und starben damals (1975) in einem Jahr insgesamt 3.641 Menschen an einem Alkoholunfall, waren es im Jahr 2013 noch 314. Ein gewaltiger und erfreulicher Rückgang bei dieser Unfallart also. Dass es jedoch keinen Grund zur Entwarnung gibt, zeigen die Daten der Statistiker ebenfalls. 314 Menschen, die im Straßenverkehr sterben, weil sie selber oder eine andere Person Alkohol getrunken haben und sich dann hinter das Steuer oder den Lenker gesetzt haben – das entspricht fast einer getöteten Person pro Tag.  

Außerdem: Alkoholunfälle haben gravierendere Folgen als viele andere Unfallarten, das zeigt eine interessante Gegenüberstellung im Bericht des Bundesamtes für Statistik: Bei 1.000 Verkehrsunfällen mit Personenschaden wurden (im Jahr 2013) 220 Menschen schwer verletzt, elf Menschen starben. Die Bilanz bei Alkoholunfällen fiel noch deutlich negativer aus: 346 Schwerverletzte und 22 Tote (ebenfalls gerechnet auf 1.000 Unfälle mit Personenschäden, in dem Fall 1.000 Alkoholunfälle). Die Autoren des Berichts sprechen von einer „überdurchschnittlich hohen Schwere“ bei Alkoholunfällen. Wenn eine unter Alkoholeinfluss stehende Person am Straßenverkehr teilnimmt und einen Unfall verursacht, ist also mit deutlich schlimmeren Konsequenzen zu rechnen als bei anderen Unfällen.

Viele Menschen haben das offenbar verstanden und vermutlich haben auch die in den vergangenen Jahrzehnten verschärften Promilleregeln zu dem beschriebenen Rückgang beigetragen. Im zweiten Teil der News geht es unter anderem darum, welches Fehlverhalten im Straßenverkehr durch Alkohol besonders häufig ausgelöst wird.

Quelle:

Statistisches Bundesamt (Oktober 2014); Unfälle unter dem Einfluss von Alkohol oder anderen berauschenden Mitteln im Straßenverkehr 2013