Zum Hauptinhalt springen

Weniger Jugendliche nach Alkoholkonsum im Krankenhaus ...


Drei Jugendliche stehen im Kreis beieinander und lächeln.

… so lautet die Überschrift einer Pressemeldung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), die auch für die Kenn-dein-Limit-Kampagne (und damit auch für diese Website) verantwortlich ist. Und weiter: „Erste Daten zu Alkoholintoxikationen geben Anlass zu Optimismus“. Ein anderes Wort für „Alkoholintoxikation“ ist übrigens Alkoholvergiftung. 

Jedes Jahr veröffentlicht das Statistische Bundesamt um die Weihnachtszeit herum, wie viele Menschen im Vorjahr (in diesem Fall also 2013) wegen einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt wurden. Das Bundesamt erhält diese Daten wiederum aus den einzelnen Bundesländern. Und neun der insgesamt 16 Bundesländer haben schon geliefert. Das Zwischenfazit: Der Trend in diesen Ländern zeigt in eine Richtung – und zwar nach unten. 

In den zehn Jahren davor war die Zahl der Einweisungen stark angestiegen – und zwar in allen Altersgruppen, nicht nur bei den Jüngeren. Allerdings wurde in den Medien vor allem über den Trend bei den Alkoholvergiftungen von 10- bis 20-Jährigen berichtet. Das ist auch nachvollziehbar, denn in dieser Altersspanne steckt das Gehirn in einer wichtigen Reifungsphase, die durch zu viel Alkohol massiv gestört werden kann. Außerdem entstehen im jungen Lebensalter viele Konsumgewohnheiten und auch eine Sucht entwickelt sich bei Jugendlichen schneller als bei Erwachsenen. Ein kritischer Blick auf Alkoholvergiftungen bei Jugendlichen ist deshalb also wichtig.

Aber lassen sich aus den Daten über Krankenhausbehandlungen von Jugendlichen eigentlich zuverlässige Aussagen über das Trinkverhalten von Jugendlichen ganz generell ableiten? 

Mit dieser Frage beschäftigte sich Prof. Jörg Wolstein von der Universität Bamberg. In einem Artikel für das Informationsblatt Alkoholspiegel, berichtet er darüber, dass der regelmäßige Alkoholkonsum bei vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen in dem Zeitraum, in dem die Krankenhauszahlen in dieser Altersgruppe angestiegen sind, sogar gesunken ist. Und beim sogenannten Rauschtrinken von Jugendlichen hatte sich in dieser Zeit kaum etwas verändert. Das haben Befragungen der BZgA ergeben.

Prof. Wolstein und seine Kolleginnen und Kollegen überlegten, wie das zusammen passen kann: die gesunkenen oder unveränderten Zahlen beim Alkoholkonsum auf der einen Seite und die gestiegenen Behandlungszahlen auf der anderen Seite. Ihre Annahme: Es könnte sein, dass Jugendliche heute eher in ein Krankenhaus gebracht werden – weil das Bewusstsein dafür gewachsen ist, dass im Falle einer Alkoholvergiftung medizinische Hilfe notwendig ist. Diese Annahme haben sie in einer Studie untersucht und kamen zu einem interessanten Ergebnis. Mehr dazu im zweiten Teil der News.