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Weniger Jugendliche „über dem Limit“ als in den 70ern


Im Jahr 2009 tranken weniger Jugendliche Alkohol als noch in den 70er Jahren.

Dieses Ergebnis der gerade veröffentlichten Hamburger Schulbus-Studie, bei der 1.132 Schülerinnen und Schüler befragt wurden, überrascht vielleicht - denn die Medien berichten in der letzten Zeit immer häufiger über exzessiven Alkoholkonsum von Jugendlichen. Tatsächlich ist die Zahl der Jugendlichen, die aufgrund einer akuten Alkoholvergiftung in einem Krankenhaus behandelt werden mussten, auch noch einmal angestiegen: von 23.165 im Jahr 2007 auf 25.709 im Jahr 2008. Damit liegt sie enorm hoch.
Die Zahlen der Hamburger Schulbus-Studie können also nicht als Entwarnung interpretiert werden, aber im Hinblick auf den allgemeinen Alkoholkonsum von Jugendlichen sind sie doch sehr interessant.

Jugendliche „über dem Limit“

Im Jahr 1975 gaben ganze 71 Prozent der 14- bis 18-jährigen Hamburgerinnen und Hamburger an, in den letzten 30 Tagen Alkohol getrunken zu haben. In 2009 ist diese Zahl auf 63 Prozent gesunken.
Schon einmal richtig betrunken in ihrem Leben waren im Jahr 2009 53 Prozent der befragten Schülerinnen und Schüler. Zum Vergleich: in den 70er Jahren waren es 58 Prozent. Besonders stark ist hierbei der Rückgang bei den Jugendlichen bis 13 Jahre: 1975 hatte mehr als jeder Fünfte in dieser Altersgruppe schon einmal „über sein Limit“ getrunken (22 Prozent). In 2009 war es knapp jeder Zehnte (9 Prozent).

Erster Kontakt mit Alkohol später

Auch ihren ersten Kontakt mit Alkohol haben die Hamburger Jugendlichen heutzutage später: in 2009 lag das Durchschnittsalter bei 13,4 Jahren, 2004 noch bei 12,9 Jahren. Gerade das Einstiegsalter ist ein wichtiger Indikator, denn je früher Jugendliche mit dem Trinken von Alkohol beginnen, desto wahrscheinlicher ist ein höherer Konsum im späteren Leben.

Anstieg beim Rauschtrinken vor allem bei Mädchen

Die Hamburger Schulbus-Studie zeigt neben diesen grundsätzlich positiven Trends aber auch eine negative Entwicklung: so ist  im Vergleich zu 2007 die Anzahl der Schülerinnen und Schüler gestiegen, die mindestens einmal im Monat  das so genannte „Rauschtrinken“ praktizieren. Rauschtrinken wird definiert als das Trinken von mindestens fünf {Standardglaesern} Alkohol bei einer Trinkgelegenheit.
Die Anzahl der monatlichen „Rauschtrinker“ ist von 29 Prozent auf 34 Prozent gestiegen. Besonders deutlich fällt hierbei die Zunahme bei den Mädchen aus. 27 Prozent der Mädchen geben an, mindestens einmal pro Monat deutlich über ihr Limit zu trinken. 2007 waren es noch 21 Prozent.

Die aktuelle Umfrage aus Hamburg belegt damit, dass zwar insgesamt weniger Jugendliche Alkohol trinken als noch in den 70er Jahren. Die Gruppe derjenigen, die sich einen Rausch antrinken, ist aber in den letzten Jahren gestiegen.
Rauschtrinken ist gesundheitsschädlich und kann richtig gefährlich werden. Mehr Infos findest du unter Wie gefährlich ist Rauschtrinken?

Damit es gar nicht dazu kommt: Bleib im Limit. Wie das geht, zeigen wir hier.