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Zeige mir deine Freunde …


Vier Jugendliche feiern am Strand.

… und ich sage dir, wie viel Alkohol du trinkst. Das ist natürlich übertrieben und stimmt in ganz vielen Einzelfällen nicht. Dennoch: Ob jemand Alkohol trinkt und wie viel davon – das hängt auch vom Umfeld der jeweiligen Person ab. Zumindest zeigen das wissenschaftliche Studien immer wieder. Ein Beispiel: „Die meisten oder alle meine Freunde und Bekannten trinken Alkohol“ – das sagen neun von zehn Jugendlichen, die sich mehrmals pro Monat betrinken. Fragt man dagegen Jugendliche, die keinen oder nur wenig Alkohol trinken, stimmen nur vier von zehn Jugendlichen dieser Aussage zu. Das hat eine repräsentative Befragung der BZgA im Jahr 2010 ergeben.

Offenbar gibt es also einen Zusammenhang zwischen dem eigenen Trinken und dem von Freunden und Bekannten. Aber auch gesellschaftliche Faktoren beeinflussen das Trinkverhalten jedes einzelnen. Prof. Estrada von der University of Strathclyde's Department of Mathematics and Statistics in Schottland hat sich ausgiebig mit diesem Thema beschäftigt. Er nennt solche gesellschaftlichen Faktoren auch „indirekte soziale Einflüsse“ und nennt das Beispiel von einer Jugendlichen, die von ihren Freunden dazu gedrängt wird, sich am Wochenende zu betrinken. Sie wird aber nicht nur von ihren Freunden aufgefordert, mitzutrinken, sondern beobachtet auch, dass offenbar viele andere Jugendliche am Wochenende ebenfalls (zu viel) Alkohol trinken. Zusätzlich signalisieren Alkoholwerbung und gesellschaftliche Rituale wie zum Beispiel das „Feierabendbier“ oder der „Begrüßungssekt“: Es ist „normal“, Alkohol zu trinken.

Zusammen genommen können diese Faktoren einen ganz schönen Druck auf den einzelnen ausüben. Völlig ausgesetzt ist man diesem Druck natürlich nicht. Die Entscheidung darüber, ob und was man trinkt, trifft jeder für sich selbst – man muss ja schließlich auch die Konsequenzen daraus alleine tragen (zum Beispiel den Kater am nächsten Tag). 

Der Eindruck, dass die meisten Jugendlichen über ihr Limit trinken, ist übrigens falsch. Mehr erfährst du im zweiten Teil der News.

Quellen:

University of Strathclyde (2013, October 9). Peer pressure's influence calculated by mathematician. ScienceDaily. Retrieved October 29, 2013, from http://www.sciencedaily.com

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (2011). Der Alkoholkonsum Jugendlichen und junger Erwachsener in Deutschland 2010. Kurzbericht zu Ergebnissen einer aktuellen Repräsentativbefragung und Trends. Köln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.