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Zu viel Alkohol kann aggressiv machen


Jeder weiß: Überall, wo viel Alkohol getrunken wird, gibt’s gelegentlich auch Ärger, im schlimmsten Fall fliegen auch schon mal die Fäuste. Jeder fünfte Junge und rund sieben Prozent der Mädchen geben an, dass sie in betrunkenem Zustand schon einmal an körperlichen Auseinandersetzungen beteiligt waren. Grund: Unter Alkoholeinfluss verliert man schneller die Beherrschung und Kontrolle, die Folgen von aggressivem Verhalten werden nicht mehr überdacht.

Zahlreiche Studien bestätigen, dass Alkohol der Auslöser für ungebremste Gewalt sein kann.
Schwedische Forscher fanden jetzt heraus, dass alkoholbedingte Gewalt unter Menschen, die ihren Ärger üblicherweise unterdrücken, sogar noch häufiger ist als bei Menschen, die ihren Emotionen eher freien Lauf lassen.

Warum macht Alkohol aggressiv?

Die enthemmende Wirkung von Alkohol führt zu einer abgeschwächten Unterdrückung aggressiver Impulse. Unter Alkoholeinfluss sinkt die Hemmschwelle für gewalttätige Auseinandersetzungen, während gleichzeitig die negativen Konsequenzen komplett aus dem Blick geraten.
Alkohol verringert zudem Angstgefühle und kann auch eine deutliche Selbstüberschätzung bewirken. Viele Betrunkene haben daher keine Angst, sich mit mehreren Personen gleichzeitig anzulegen.

Studien zeigen, dass Menschen, die unter Druck stehen und eine erhöhte Grundaggressivität haben, unter Alkoholeinfluss schneller ausrasten als ruhigere Menschen. Möglicherweise sind auch genetische Faktoren verantwortlich dafür, dass bei manchen Personen der Alkoholkonsum Gewaltausbrüche schneller auslöst. Hierzu sind aber weitere Forschungen nötig.

Unterdrückter Ärger

In einer schwedischen Studie wurde jetzt untersucht, wie sich unterdrückter Ärger auf die Steigerung der Aggressivität unter Alkoholeinfluss auswirkt. Hierzu wurden 3.000 junge Menschen nach ihrer Neigung, Ärger zu unterdrücken, befragt. Es wurde auch gefragt, wie häufig und unter welchen Umständen die Befragten in gewalttätige Auseinandersetzungen verwickelt seien.
Die Studie zeigte, dass bei Menschen mit „unterdrücktem Ärger“ die Wahrscheinlichkeit, gewalttätig zu werden, in betrunkenem Zustand deutlich anstieg. Bei Personen, die ihren Ärger nicht unterdrückten, war dieser Anstieg bei weitem nicht so ausgeprägt. Die schwedische Studie legt nahe, dass junge Menschen lernen sollten, mit Ärger und Frustration besser umzugehen und negative Emotionen nicht zu verdrängen, um nicht – unter Alkoholeinfluss – in gewalttätige Auseinandersetzungen verwickelt zu werden.

Was hilft bei Ärger und Wut?

Ärger, Wut oder Frust mit Alkohol „runterzuspülen“, ist eine denkbar schlechte Lösung, denn oft verschlimmert sich dadurch die Situation und wird unkontrollierbar. Auch wer negative Emotionen in sich hineinfrisst und längere Zeit anstauen lässt, tut sich nichts Gutes. Besser ist es, mit Eltern, Geschwistern, Freunden oder anderen Bezugspersonen offen zu reden und dann aktiv und gemeinsam nach Lösungen für Probleme zu suchen. Denn: Jeder Mensch kennt negative Emotionen. Schon der Austausch und das Verständnis füreinander sind da hilfreich. Manch einer findet auch im Sport Entspannung: tatsächlich kann körperliche Bewegung und das „Sich-Auspowern“ dabei helfen, Stress, Frust und Ärger abzubauen. Hier einige Tipps dazu.

Damit es erst gar nicht zu alkoholbedingten Aggressionen kommt, bleibt man am besten beim Alkohol im Limit. Wie das ganz leicht geht, zeigen wir euch hier.

Quellen:

Warum das Trinken so aggressiv macht
http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1244612075973.shtml

Alcohol-Related Violence More Common in People Who Repress Anger
http://mentalhealthnews.org/alcohol-related-violence-more-common-in-people-who-repress-anger/841245/

Kraus, L., Pabst, A., Steiner, S. (2008). Europäische Schülerstudie zu Alkohol und anderen Drogen 2007 (ESPAD).
http://www.ift.de/index.php?id=127&publ_id=1653&cHash=&L=0