Promille und Folgen bei Alkohol

Wie macht sich eine bestimmte Promillezahl x(Promillezahl weiblich) x(Promillezahl männlich) bemerkbar? Fakt ist, je mehr Alkohol im Blut ist, umso stärker ist die Wirkung und umso geringer die Kontrolle.

Dafür gibt es Orientierungswerte, die nur für Erwachsene gelten. Bei Jugendlichen und jungen Menschen ist die körperliche Entwicklung noch nicht abgeschlossen, daher wirken bereits geringe Mengen Alkohol riskant. Bei Kleinkindern ist die lebensbedrohliche Grenze sogar ab 0,5 Promille erreicht.

Experten gehen davon aus, dass die Reifung des Gehirns bis über das 20. Lebensjahr andauert. Bis dahin reagiert das Gehirn viel empfindlicher auf Alkohol. Die Veränderungen in der Wahrnehmungsfähigkeit, im Denkvermögen und Empfinden treten bei Jugendlichen schon bei geringer Promillekonzentration und stärker auf als bei Erwachsenen.

ab 0,1 Promille

  • enthemmende Wirkung von Alkohol wird spürbar, Kontaktfreudigkeit nimmt zu
  • oft gelöste Stimmung
  • Entfernungen werden bereits falsch eingeschätzt

ab 0,3 Promille

  • leichte Verminderung der Sehleistung
  • Nachlassen von Aufmerksamkeit, Konzentration, Kritik- und Urteilsfähigkeit, Reaktionsvermögen
  • Anstieg der Risikobereitschaft

ab 0,5 Promille

  • Verminderung der Sehleistung um ca. 15 %
  • Hörvermögen herabgesetzt
  • Anstieg der Reizbarkeit
  • Fehleinschätzung von Geschwindigkeiten

ab 0,8 Promille

  • ausgeprägte Konzentrationsschwäche
  • Einschränkung des Gesichtsfeld um 25 % (Tunnelblick) und verminderte Sehfähigkeit
  • Reaktionszeit um 30 bis 50 % verlängert
  • Euphorie, zunehmende Enthemmung, Selbstüberschätzung
  • Gleichgewichtsstörungen

1,0 bis 2,0 Promille: Rauschstadium

  • weitere Verschlechterung der Sehfähigkeit und des räumlichen Sehens
  • gesteigerte Enthemmung und Verlust der Kritikfähigkeit
  • Reaktionsfähigkeit erheblich gestört
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Verwirrtheit, Sprechstörungen
  • Orientierungsstörungen

2,0 bis 3,0 Promille: Betäubungsstadium

  • starke Gleichgewichts- und Konzentrationsstörungen
  • Gedächtnis- und Bewusstseinsstörungen
  • kaum noch Reaktionsvermögen, Muskelerschlaffung
  • Verwirrtheit
  • Erbrechen

ab 3,0 Promille

  • Bewusstlosigkeit
  • Gedächtnisverlust
  • schwache Atmung
  • Unterkühlung
  • Reflexlosigkeit

ab 4,0 Promille

  • Lähmungen
  • Koma mit Reflexlosigkeit
  • unkontrollierte Ausscheidungen
  • Atemstillstand und Tod
Eine Aktion der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mit Unterstützung des Verbandes der privaten Krankenversicherung e.V.